Hans Gerd Ruwe: Goldmarie

Hans Gerd Ruwe: Goldmarie, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Hans Gerd Ruwe: Goldmarie (Bronze, 1992).
Oldesloer Straße, 23795 Bad Segeberg.

Beschreibung

Fast jedes Kind kennt das Märchen „Frau Holle“ der Brüder Grimm. Nachdem die Goldmarie sich stets freundlich und hilfsbereit verhalten hat, wird sie beim Abschied von Frau Holle mit einem Regen aus Gold überschüttet. Ihre Schwester ist neidisch und will es ihr gleichtun, zeigt aber nur ihr unfreundliches Wesen. Beim Abschied wird sie mit Pech übergossen und ist seither die Pechmarie.

Bildhauer Hans Gerd Ruwe nahm sich das Märchen zum Vorbild für seine Brunnenplastik, die in der Fußgängerzone von Bad Segeberg aufgestellt ist. Die realistisch geformte Plastik zeigt die junge Frau mit freudig erhobenen Armen unter einem Regen, der auf sie herunterfällt. Beobachtet wird die Szene vom aufgeregten Hahn, der im Märchen die heimkehrende Frau mit einem Jubelschrei begrüßt. Das Thema des Kunstwerks – klingender Lohn für gefälliges Verhalten – gibt einen Hinweis auf den Stifter des Brunnens, die örtliche Kreissparkasse.

Formal ist das Kunstwerk gekennzeichnet durch den gestreckten Körper der Frau, der in der Körperhaltung des aufgeregten Hahnes wieder aufgegriffen wird, der etwas versetzt zu ihr steht.

Künstler

Hans Gerd Ruwe wurde 1926 in Osnabrück geboren. Der Steinmetz und Bildhauer erlernte nach Rückkehr aus der Gefangenschaft 1948 bei Emil Jung das Steinmetzhandwerk. Ab 1951 studierte er an der Werkkunstschule Hannover und an der Hochschule der bildenden Künste in Hamburg. Nach Meisterprüfung 1954 ließ er sich nach Studienaufenthalten in Italien, Holland und Frankreich in Osnabrück als freischaffender Künstler nieder und wurde später für seine großen und teils vielfigurigen Plastiken in Osnabrück aber auch in Gütersloh, Bad Iburg, Quakenbrück, Werlte oder Blomberg bekannt. Hans Gerd Ruwe starb 1995 in seiner Heimatstadt Osnabrück.

Galerie

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