Harald Duwe: Kreislauf des Lebens

Harald Duwe: Kreislauf des Lebens, (Foto: KUNST@SH/Helmut W. Schiffler, 2017)

Daten zum Werk

Harald Duwe: Kreislauf des Lebens (Keramik, 1960er Jahre).
Grundschule Stapelfeld, Von-Eichendorff-Weg 3, 22145 Stapelfeld.

Beschreibung

Inmitten eines kleinen Teichs an der Grundschule Stapelfeld findet sich die in kräftigen Farben gestaltete Keramikstele „Kreislauf des Lebens“. Ein hoher und schlanker Betonsockel mit quadratischem Grundriss wurde mit kleinen weißen Fliesen versehen. Rund um diesen Sockel gruppieren sich verschiedene Reliefs mit figürlichen Motiven, die unterschiedlich groß sind und in verschiedene Richtungen weisen. So ist eine collagenartige Skulptur entstanden, die bei jedem Schritt um den kleinen Teich herum einen anderen Teil einer Geschichte zu erzählen scheint. Die Reliefs zeigen Tiere wie eine Ente, einen Hummer und einen Fisch, aber auch ein großes Seerosenblatt und eine Mischfigur aus Sonne und Mond. Die einzelnen Figurenreliefs sind detailliert und aufwändig gestaltet und haben einen türkisfarbenen Hintergrund. Die teilweise sichtbaren Rückseiten der Reliefplatten sind mit verschiedenen jeweils einfarbig leuchtenden Fliesen versehen, so dass die ganze Skulptur eine heitere und sehr lebendige Ausstrahlung hat.

Die Skulptur entstand Anfang der 1960er Jahre als „Kunst am Bau“-Auftragsarbeit und nimmt im Werk des Malers Harald Duwe eine außergewöhnliche Stellung ein. Denn der später mit seiner sozialkritischen, realistischen Malerei bekannt gewordene Künstler fertigte in frühen Jahren nur wenige Skulpturen. Der „Kreislauf des Lebens“ ist jedoch nicht nur durch Altersschäden bedroht, sondern auch von der unwiderbringlichen Zerstörung. Denn aus Sicherheitsgründen soll der Teich an der Grundschule zugeschüttet werden und die Skulptur ihren angestammten Standort verlieren. Ob sich eine Lösung zum Erhalt des Kunstwerks findet, ist bislang offen.

Künstler

Harald Duwe wurde am 28. Januar 1926 in Hamburg-Rothenburgsort geboren. 1942–1945 machte er eine Lehre als Lithograph und Kunstdrucker, unterbrochen durch zwei Jahre im Kriegsdienst. 1945–1950 studierte er an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg bei Wilhelm Grimm und Erich Hartmann. In dieser Zeit erhielt er ein Stipendium für zwei Semester an der Königlichen Akademie in Stockholm. Seit 1951 war er als freischaffender Künstler tätig. 1964–1977 war er Lehrer für räumliches Darstellen an der Ingenieurschule für Fahrzeugtechnik in Hamburg. Auch wenn er später mit seinen realistischen Werken als einer der profiliertesten deutschen realistischen Maler der Nachkriegszeit bekannt wurde, gibt es einige weitere Arbeiten von Harald Duwe aus den 50er und 60er Jahren, die unter dem Thema „Kunst am Bau“ als eigener Abschnitt in seinem künstlerischen Werdegang gelten müssen. Baugebundene Objekte schuf er u.a. in Großensee, Lütjensee, Stapelfeld, Ahrensburg, und Norderstedt. 1970 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg. 1975–1984 war er Professor der Muthesius Kunsthochschule. Beauftragt durch Karl Finkes, malte Harald Duwe 1978 mit dem Abendmahl ein Hauptwerk seiner Gesellschaftsbilder. 1981 erhielt er den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel. Am 15. Juni 1984 verstarb Harald Duwe durch einen Autounfall. Weitere Informationen (extern): Website zu Harald Duwe

Galerie

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