Klaus Kammerichs: Alte Welt – Neue Welt

Klaus Kammerichs: Alte Welt – Neue Welt, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Klaus Kammerichs: Alte Welt – Neue Welt (Stahlbeton, 1992)
Goldmarie am See, Große Seestraße, 23795 Bad Segeberg

Beschreibung

Fünf hohe Stelen aus Stahlbeton stehen auf einer Wiese am Großen Segeberger See – ein eindrucksvolles Monument mit einer Gesamtgröße von 528 x 950 x 600 cm. Die Stelen sind mit einem unregelmäßigen Muster überzogen, Einkerbungen, Flächen und Linien in verschiedenen Ebenen übereinander. Das Auge will dem Labyrinth folgen und es entschlüsseln und fühlt sich in einem Dickicht. Die Formen und Oberflächen wechseln zwischen glatt und rauh, zwischen positiv und negativ. Tritt man ein paar Schritte zurück und betrachtet das Werk aus größerer Entfernung, dann ergeben die abstrakt wirkenden Linien plötzlich einen Sinn: Wie ein Holzschnitt zeigt sich das Porträt eines Indianers.

Fotograf und Bildhauer Klaus Kammerichs schuf die vielschichtige Arbeit „Five Columns for a Red Indian / Alte Welt – Neue Welt“ im Jahr 1992 als Beitrag zum Kulturellen Rahmenprogramm des Schleswig-Holstein Musik Festivals. Das Porträt zeigt He Dog, Häuptling der Oglala-Lakota-Sioux, der in den 1860er und 1870er Jahren am letzten großen Freiheitskampf der nördlichen Prärieindianer gegen die US-Amerikaner teilnahm. Das Monument weckt vielfältige Assoziationen, es erinnert an die Canyons und Täler der amerikanischen Prärie genauso wie an die jährlichen Karl May Festspiele in Bad Segeberg. Die Säulen erinnern sowohl an Totempfähle der Alten Welt wie auch an Wolkenkratzer der Neuen Welt. Und das gebrochene Bild des Indianers gibt einen deutlichen Hinweis auf sein Schicksal.

Künstler

Klaus Kammerichs wurde 1933 in Iserlohn geboren. Ab 1947 machte er eine Fotografenlehre und arbeitete als Presse-, Werbe- und Industriefotograf. In den 1950er Jahren hatte er seine ersten Begegnungen mit der modernen Kunst. 1953 besuchte er ein Seminar über „Subjektive Fotografie“ bei Otto Steinert. 1954 beteiligte er sich erstmals an den Ausstellungen der photokina in Köln. 1956–1960 studierte er Freie Kunst bei Otto Pankok und Otoo Coester an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf. 1968 begann er mit dem Erstellen von drei- und vierdimensionalen (kinetischen) Skulpturen. Seit 1975 hatte er verschiedene Aufträge für Skulpturen im öffentlichen Raum. 1973 erhielt er eine Professur an der Fachhochschule Düsseldorf, deren Dekan er 1978–1984 war. 1994 erhielt er die David-Octavius-Hill-Medaille der Deutschen Photographischen Akademie. Er lebt in Köln und Demerath in der Eifel. Weitere Informationen (extern): Website von Klaus Kammerichs

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)