Kurt Lehmann: Der Wächter

Kurt Lehmann: Der Wächter, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Kurt Lehmann: Der Wächter (Bronze, 1960).
HSH Nordbank, Martensdamm 6, 24103 Kiel.

Beschreibung

Eine kantige und stark abstrahierte männliche Figur sitzt auf der Rasenfläche vor dem markanten Bankgebäude am Kleinen Kiel. Bildhauer Kurt Lehmann schuf Anfang der 1960er Jahre eine moderne Bronzeplastik, die sich bewusst von der naturalistischen Formensprache abhob, die in den Jahren zuvor den Ton angab und den meisten zeitgenössischen Kunstwerken zugrunde lag. Sein Wächter ist keine liebliche und gefällige Figur, sondern in erster Linie ein Spiel mit den Formen. Dass es sich hier um eine menschliche Figur handelt, ist eher zweitrangig für den künstlerischen Ausdruck.

Kurt Lehmann suchte, wie viele seiner Zeitgenossen auch, nach neuen Wegen der Darstellung. Der Körper seines Wächters ist als solcher eher zu erahnen als zu erkennen. Die menschlichen Proportionen sind überzeichnet, Details werden weggelassen, das Fließende der Formen umso stärker betont. Die Formensprache steht damit im klaren Kontrast zur strengen Geometrie der Architektur und kommt auf diese Weise besonders gut zur Geltung.

Künstler

Kurt Lehmann wurde am 31. August 1905 in Koblenz geboren. Er studierte 1924–1929 an der Staatlichen Kunstakademie Kassel. Er unternahm Reisen nach Belgien, Frankreich und Italien und lebte ab 1931 in Berlin, dann ab 1934 wieder in Kassel. 1940–1945 war er Soldat, sein Atelier in Kassel wurde im Krieg zerstört. 1949–1969 hatte er eine Professur für Bildhauerei an der Technischen Hochschule in Hannover. 1955 war er auf der ersten documenta in Kassel vertreten. Viele seiner Arbeiten sind in Hannover zu finden. 1970-1998 lebte und arbeitete er in Staufen/Breisgau. Kurt Lehmann starb am 16. März 2000 in Hannover. Weitere Informationen (extern): Website der Stiftung Kurt Lehmann

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)