Melanie Pilz: Gestapo-Mahnmal

Melanie Pilz: Gestapo-Mahnmal, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2016)

Daten zum Werk

Melanie Pilz: Mahnmal zur ehemaligen Gestapo-Zentrale Kiel (Holz, Edelstahl, Beton, 2000).
1. Polizeirevier, Düppelstraße 23 / Moltkestraße, 24105 Kiel.

Beschreibung

Ein schlichter, überdimensionaler Holzstempel schwebt über einem Sockel vor dem Gebäude, das heute als 1. Polizeirevier genutzt wird. Die sachliche und klare Form steht im deutlichen Kontrast zum Inhalt des Mahnmals, denn hier wird auf die Taten der ehemaligen Zentrale der Geheimen Staatspolizei Gestapo verwiesen. Die Behörde bereitete zwischen 1935 und 1945 mit bürokratischer Gewissenhaftigkeit die massenhafte Überwachung, Bestrafung und Tötung unliebsamer Personen vor.

Nicht nur die unmenschliche Behandlung der Opfer erschüttert, sondern auch die nüchterne und bürokratische Organisation der willkürlichen Handlungen. Der Stempel, eigentlich ein Zeichen für Ordnung und Rechtmäßigkeit, wird hier zum mahnenden Symbol. Denn gegen die Übermacht des Staates konnten sich die betroffenen Menschen in keiner Weise wehren, während die Täter die Macht auf ihrer Seite wussten und ihr Gewissen vermutlich damit beruhigten, dass sie nur Anordnungen ausführten.

Name und Anschrift der Behörde sind spiegelverkehrt auf der Stempelunterseite zu lesen. Darunter ist wie ein Formular eine endlos scheinende Liste mit Namen zu sehen. Bei diesen Namen handelt es sich um Menschen, die nach Anordnung der Behörde ermordet wurden.

Künstler

Melanie Pilz wurde 1974 in Kiel geboren. 1996–2002 studierte sie Kommunikationsdesign an der Muthesius-Fachhochschule in Kiel.

Galerie

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