Waldemar Grzimek: Die Mütterliche

Waldemar Grzimek: Die Mütterliche, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Waldemar Grzimek: Die Mütterliche (Bronze, 1963).
Hauptstraße 44, 25899 Niebüll.

Beschreibung

Beim Anblick der Bronzeplastik „Die Mütterliche“ vor dem Niebüller Rathaus fällt auf dem ersten Blick die ungewöhnliche Körperhaltung auf. Bildhauer Waldemar Grzimek hat sich in der Darstellung des Körpers bewusst vom naturgetreuen Abbild gelöst. Im Mittelpunkt steht eher die Spannung des Körpers, die sich durch die optischen Bezugspunkte Schultern, Arme und Beine ergibt. Die nach außen gespreizten Unterschenkel, der nach vorn geneigte Oberkörper und die vor der Brust verschränkten Arme folgen eher geometrischen und analytischen Regeln. Sie ziehen den Rumpf der Frau optisch zusammen und strahlen eine beschützende Kraft aus. Der Künstler wollte nicht eine ideale Frau zeigen, sondern besondere Merkmale herausarbeiten. Dass der Körper dadurch ein wenig verzerrt und verschoben wirkt, unterstreicht seine Absicht.

Künstler

Waldemar Grzimek wurde am 5. Dezember 1918 in Rastenburg/Ostpreußen (heute Ketrzyn) geboren und zog wenige Jahre später mit der Familie nach Berlin. Schon als Schüler stellte er erste Tierplastiken im Berliner Zoo aus. 1937 begann er eine Lehre als Steinmetz. 1937–1941 besuchte er die Hochschule für Bildende Künste in Berlin als Meisterschüler von Wilhelm Gerstel. Während dieser Zeit machte er auch die Bekanntschaft mit dem Bildhauern Gerhard Marcks, Gustav Seitz, Fritz Bremer und Hugo Lederer. 1942 hatte er einen Studienaufenthalt in der Villa Massimo in Rom. In den Folgejahren nahm er Lehrtätigkeiten u.a. an der Hochschule für Bildende Künste Berlin und der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee an. 1952 wurde er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler in Deutschland. 1959 erhielt er den „Nationalpreis der DDR“. 1961 siedelte er nach Friedrichshafen am Bodensee über. Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm Grzimek zwischen 1967 und 1984 an insgesamt elf großen DKB-Jahresausstellungen teil. 1964 nahm er an der documenta III in Kassel teil. Er arbeitete als Bildhauer, Zeichner, Grafiker und auch als Schriftsteller. Waldemar Grzimek starb am 26. Mai 1984 in West-Berlin.

Galerie

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