Albert Woebcke:
Jüngling mit Schale

Albert Woebcke: Jüngling mit Schale (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Albert Woebcke: Jüngling mit Schale (1927, Bronze)
Schwalbenstraße 75, 22305 Hamburg (Barmbek-Nord)

Beschreibung

Vor dem Wohnblock in der Schwalbenstraße kniet auf einem gestuften und gemauerten Sockel ein nackter, bronzener Jüngling mit einer kleinen Schale in der rechten Hand. Die Aktdarstellung inszeniert den jugendlichen Körper auf rechteckiger Plinthe. Ein kleines Podest ist mittig im Hintergrund angeordnet, gegen das sich der junge Mann locker lehnt. Der rechte Fuß ist leicht aufgesetzt, das Bein angewinkelt. Mit dem linken Knie stützt er sich auf der Plinthe ab, während der Fuß über diese hinausreicht. Die linke Hand ist hinter dem Rücken gehalten, die rechte mit der Schale leicht auf dem Oberschenkel abgelegt. Die unsymmetrische Haltung ist kunstvoll arrangiert – eine Natürlichkeit wird hier nicht angestrebt. Irritierend sind allerdings die leicht verzerrten Proportionen des Körpers.

Text: jp

Person

Albert Woebcke
Albert Christian Friedrich Wöbcke wurde am 5. Februar 1896 in Altona geboren. Während seiner Steinbildhauerlehre 1911–1913 besuchte er die Altonaer Kunst-Gewerbeschule, die er mit Auszeichnung abschloss. Nach dem Krieg arbeitete er freischaffend, war Mitglied der „Tafelrunde“ Hans W. Fischers und trat 1920 der Hochschule der Künste bei. Er war Mitglied des Deutschen Werkbunds und 1927–1933 der Hamburger Sezession. 1926 übernahm er zudem die Bildhauerklasse der Kunstschule Altona. Studienaufenthalte und Reisen ins südeuropäische Ausland bereicherten maßgeblich seine künstlerische Fortbildung als Bildhauer, Maler und Grafiker. Er erhielt Aufträge von Fritz Schumacher und Förderung durch den Direktor der Kunsthalle Gustav Pauli. 1937 wurde ein Teil seiner Arbeiten als „Entartete Kunst“ in Berlin beschlagnahmt. Orientiert an den künstlerischen Vorbildern der Bildhauer seiner Zeit wie Degas, Marcks, Moore, Seitz und Barlach, schuf er hauptsächlich Akte, Kleinplastiken und ab 1925 auch solche zur Kunst der Antike, Italiens und Frankreichs. Realisitische Portraits mit auffälligen Bearbeitungsspuren, die sich dann aber in der Nachkriegszeit stilistisch, vor allem auch in Zeichnungen und Malerei, durch Härte und Starre wiederfanden, waren Ausdrucksmerkmale seiner Kunst. Albert Wöbcke starb am 5. Dezember 1980 in Hamburg.

Text: hws

Galerie

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