Alwin Blaue:
Fassadenfiguren am Nissenhaus

Alwin Blaue: Fassadenfiguren am Nissenhaus (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Alwin Blaue: Fassadenfiguren am Nissenhaus (1934, Klinkerkeramik)
Nissenhaus, Herzog-Adolf-Straße 25, 25813 Husum

Beschreibung

Das Museum Nissenhaus in Husum geht auf eine Stiftung des Auswanderers Ludwig Nissen (1855–1924) zurück und wurde 1934–37 nach Plänen und Entwürfen des Eiderstedter Architekten Georg Rieve (1888–1966) errichtet. Der markante und hohe Westgiebel über dem Eingangsportal ist reich mit keramischen Elementen von Alwin Blaue geschmückt. Weithin sichtbar sind die expressionistischen Plastiken in den drei Rundbögen, die drei stilisierte, mythologische Tiere zeigen. Der Künstler sagte hierzu, das Tritonpferd links stehe für das Meer, der Ochse rechts für Land und Marsch sowie der Phönix in der Mitte für die beständige Erneuerung. Die Darstellung wirkt kraftvoll und eigenständig, jedoch für die Entstehungszeit ungewöhnlich modern. Die Kunstauffassung der neuen Machthaber ab 1933 lehnte moderne Stile weitgehend ab, die Entwürfe und Planungen gingen jedoch bereits auf das Jahr 1924 zurück.

Text: jp

Person

Alwin Blaue
Alwin Blaue wurde am 6. September 1896 in Hamburg geboren. Nach einer Holzbildhauerlehre studierte er 1918–1924 in Hamburg an der Kunstgewerbeschule. Anschließend war er zwei Jahre Meisterschüler bei dem Bildhauer Edwin Scharff in Berlin. 1926–1929 arbeitete Alwin Blaue für die Keramikwerkstätten von Villeroy & Boch in Dänischburg bei Lübeck. Seit 1930 war er als freier Bildhauer in Kiel tätig. 1940 erhielt er Berufsverbot durch die Nationalsozialisten und zog nach Lütjensee in Stormarn. 1949 lockte ihn der Architekt Rudolf Schröder wieder nach Kiel, wo Alwin Blaue zahlreiche Plastiken und Skulpturen als „Kunst am Bau“ schuf. Er starb am 28. November 1958 in Kiel.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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