Bård Breivik:
Tor

Bård Breivik: Tor, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Bård Breivik: Tor (1989, Diabas, Höhe ca. 3,0 m)
Skulpturengarten der Kunsthalle, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Beschreibung

Nachdem Kiel seit der Reichsgründung 1871 in kurzer Zeit zur pulsierenden Großstadt gewachsen ist, wird 1909 auch die repräsentative neue Kunsthalle in herausragender Lage eingeweiht. Nach starken Beschädigungen im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude vereinfacht wieder aufgebaut. 1982–1986 entsteht dann auf der westlichen Seite ein moderner Erweiterungsbau. Zeitgleich schafft die Kunsthalle für ihre Sammlung vermehrt Gegenwartskunst an, darunter auch eine Reihe von plastischen Arbeiten, die im Skulpturengarten vor dem Museum aufgestellt sind. Das Tor des norwegischen Bildhauers Bård Breivik stellt das Spiel mit Form und Material sowie die räumliche Wirkung der vertikal aufgestellten Steinplatte in den Mittelpunkt. Vorder- und Rückseite sind roh bearbeitet und zeigen durch eingeschlossene Oxyde ein lebhaftes Farbspiel, während die schmalen Seitenflächen geschliffen sind und gräulich erscheinen. Die schräg verlaufenden Kanten und insbesondere der schmale und unregelmäßige Spalt, der senkrecht fast bis zur vollen Höhe verläuft, lenken den Blick des Betrachters und lösen die formale Strenge und die Massivität der Skulptur optisch auf. Die schmale Öffnung des Tores erlaubt – ganz im Sinne der zweckfreien künstlerischen Auseinandersetzung – nur den Durchblick, nicht aber den Durchgang. 

Künstler/in

Bård Breivik wurde 1948 in Bergen/Norwegen geboren. Er besuchte dort 1967–1970 die Kunsthandwerkschule. 1970–1971 studierte er an der St. Martin School of Arts in London bei Anthony Caro. 1974–1979 hatte er einen Lehrauftrag in Bergen, 1982–1985 eine Professur an der Kunstakademie in Stockholm. Seit 1981 zeigte er seine Arbeiten in einer Vielzahl von Ausstellungen in Norwegen, USA, Deutschland sowie im nordeuropäischen Ausland. Gegensätze und deren Bezug untereinander, sei es in zeitlicher, materieller, richtungsweisender oder geometrischer Hinsicht, versuchte er in seinen Monumentalwerken, häufig aus einem Stein oder auch mit unbearbeiteten Stellen, Raum zu geben. Reisen nach Süd- und Nordamerika als auch China inspirierten ihn, Handwerk, Technik und Tradition dieser Regionen in seine Arbeiten einfließen zu lassen. 1988 war er Teilnehmer der Biennale in São Paulo. Seine Arbeiten sind in vielen privaten und öffentlichen Sammlungen in Nordeuropa, USA, China und Deutschland (u.a. Kunsthalle zu Kiel, Museum Lübeck) vertreten. Bård Breivik lebte und arbeitete in Norwegen und starb am 10. Januar 2016 in Oslo.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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