Bernhard Heiliger:
Kronos

Bernhard Heiliger: Kronos, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2018)

Daten zum Werk

Bernhard Heiliger: Kronos (Stahl, geschmiedet und farbig lackiert, 1983, Höhe 210 cm)
Skulpturenpark Schloss Gottorf, Schlossinsel, 24837 Schleswig

Erworben durch die Stiftung Rolf Horn

Beschreibung

Bernhard Heiliger sucht mit seiner Skulptur Kronos im Skulpturenpark Schloss Gottorf die künstlerische und komprimierte Darstellung eines komplexen griechischen Mythos. Kronos entmannt seinen Vater Uranos mit einer Sichel und reißt dessen Herrschaft an sich. Um die eigene Entmachtung durch eines seiner Kinder zu verhindern, verschlingt er alle seine Kinder gleich nach deren Geburt. Die Mutter kann eines der Kinder retten, indem sie Kronos stattdessen einen in Windeln gehüllten Stein gibt. Der Stein liegt Kronos so schwer im Magen, dass er die gefressenen Geschwister wieder erbricht. In der Folge erheben sich die Kinder gegen ihren Vater und können ihn tatsächlich entmachten. Bernhard Heiliger erstellt ein Ensemble aus verschiedenen Elementen in mehreren Ebenen hintereinander. Die Sichel, mit der Kronos seinen Vater entmannt, ist als Kreissegment zu erkennen. Die große, runde Öffnung mit einer großen Kugel und einer kleineren Halbkugel lassen sich als die verschlungenen Kinder und der Stein deuten. Und schließlich können die Pfeilspitzen als Verweis auf den Kampf der Kinder gegen Kronos gesehen werden. 

Künstler/in

Bernhard Heiliger wurde am 11. November 1915 in Stettin geboren. 1930–1933 machte er eine Lehre zum Steinbildhauer, danach bis 1936 eine Ausbildung an der Werkschule für gestaltende Arbeiten in Stettin beim Bauhaus-Schüler Kurt Schwerdtfeger. 1938–1941 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin in der Klasse von Arno Breker. 1945 ließ er sich in Berlin als freier Bildhauer nieder. 1949–1986 war er Professor an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin, berufen von Karl Hofer. Mit seinen Werken war er unter anderem auf der documenta I (1955) und II (1959) in Kassel, der Biennale in Venedig (1956) und der Weltausstellung in Brüssel (1958) vertreten. 1951–1960 war er Vorstandsmitglied des Deutschen Künstlerbundes. Ab den 1960er Jahren wandte er sich zunehmend der abstrakten Kunst zu. Am 25. Oktober 1995 starb Bernhard Heiliger in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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