Bogomir Ecker:
Swop

Bogomir Ecker: Swop (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Bogomir Ecker: Swop
(2007, fünf Baumskulpturen in variierenden Größen, Aluminium bemalt)
Herbert Gerisch-Stiftung, Brachenfelder Straße 69, 24536 Neumünster

Beschreibung

Entlang der Sichtachse einer Baumallee im Park der Herbert Gerisch-Stiftung hängen auf beiden Seiten in einiger Höhe signalrote Kästen aus Aluminium an den Baumstämmen. Die Kästen sind unregelmäßig geformt und haben kleine Öffnungen, durch die das Licht fällt. Doch sie haben keine Funktion, sind nicht etwa Nistkästen für Vögel, wie man spontan denken könnte. Es sind Baumskulpturen von Bogomir Ecker, die den vorhandenen Raum neu definieren. Die roten Kästen hängen abwechselnd rechts und links an den Stämmen und ziehen damit den Blick des Betrachters in den Raum hinein. Diese seitenwechselnde Hängung erklärt auch den Titel Swop, denn dies bedeutet tauschen. Es entsteht ein Wechselspiel zwischen den natürlich gewachsenen Strukturen der Bäume und den sichtbar künstlich hinzugefügten, rätselhaften Elementen. Da der menschliche Verstand stets bestrebt ist, Figuren in den Dingen zu erkennen, mag er hier vielleicht auch an kleine magische Wesen denken, die sich im kleinen Wäldchen an den Baumstämmen verstecken.

Der Skulpturengarten der Herbert Gerisch-Stiftung ist nur gegen Eintritt und nur zu den Öffnungszeiten zugänglich. Einige Werke sind von der Straße aus sichtbar.

Künstler:in

Bogomir Ecker wurde am 29. Mai 1950 in Maribor in Slowenien (ehemaliges Jugoslawien) geboren. Nachdem er 1956 nach Duisburg kam und 1965–1968 eine Schriftsetzerlehre machte, studierte er 1971–1973 an der Kunstakademie Karlsruhe bei Horst Egon Kalinowski und bis 1979 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Erich Reusch. Seit 1986 stellt er in renommierten Museen in Deutschland aus und wurde unter anderem durch seine Kunst im öffentlichen Raum bekannt. Der Bildhauer und Objektkünstler stellt in seinen Kunstwerken naturwissenschaftliche Aspekte mit ihren Gegensätzen in der Gesellschaft dar. 1992–2002 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg und hatte 2002–2016 eine Professur für interdisziplinäre Kunst an der Hochschule für bildende Künste Braunschweig. 1987 war er Teilnehmer der documenta 8 in Kassel und ist seit 2003 Mitglied der Akademie der Künste Berlin. 2001 erhielt er den Edwin-Scharff-Preis, Hamburg und 2002 den hochdotierten „Kunst-am-Bau-Preis“ des Folkwang Museums, Essen. Seine Arbeiten gehören zu bekannten deutschen Sammlungen von Museen und Banken sowie zur Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland, Bonn. Darüber hinaus kuratierte und präsentierte er zwischen 2002 und 2014 einen Teil seiner Sammlung von mehr als 15.000 „anonymen“ Fotografien des 20. Jahrhunderts (unbekannter Menschen von unbekannten Fotografen).

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)