Elisabeth Coester:
Johannesoffenbarung

Elisabeth Coester: Johannesoffenbarung (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Elisabeth Coester: Johannesoffenbarung (Buntglasfenster, 1935/1962)
Hauptkirche St. Nikolai Harvestehude, Harvestehuder Weg 118, 20149 Hamburg (Harvestehude)

Beschreibung

Die Hauptkirche St. Nikolai am Klosterstern wird 1962 eingeweiht – ihre Geschichte reicht jedoch viele Jahrhunderte weit zurück. Der erste Bau entsteht 1195 unter Graf Adolf III. in der Hamburger Neustadt. Die ursprüngliche Kapelle wird im Mittelalter zu einer Hallenkirche ausgebaut. Nach der völligen Zerstörung 1842 während des großen Hamburger Brandes entsteht in den folgenden Jahrzehnten eine Kirche im neugotischen Kathedralstil. Während der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg wird das Gebäude erneut stark beschädigt, woraufhin 1950 die Kirchenruine am Hopfenmarkt zur Mahn- und Gedenkstätte ausgebaut wird. 1962 wird dann am neuen Standort der moderne Neubau nach Entwürfen der Architekten Gerhard und Dieter Langmaack eingeweiht.

Das imposante Kirchenfenster von Elisabeth Coester ist 1939 für die damals bestehende Kirche fertiggestellt. Da Deutschland sich jedoch zu dieser Zeit bereits im Krieg befindet, wird das Fenster nicht mehr eingebaut und entgeht so der Zerstörung. Im Neubau in Harvestehude findet das Fenster einige Jahre später in der hohen und eigens hierfür vorgesehenen Eingangshalle seinen Platz. Das Fenster zeigt in szenischen Motiven Bilder aus der Johannesoffenbarung, angeordnet in drei übereinander gezeigten Ebenen. Das Hauptthema ist der Kampf Michaels mit dem Drachen aus dem 12. Kapitel der Offenbarung.

Künstler/in

Elisabeth Coester wurde am 20. Februar 1900 in Rödinghausen bei Bielefeld geboren. Sie studierte an der Kunstgewerbeschule und der Textilfachschule Wuppertal. Anschließend widmete sie ihr künstlerisches Lebenswerk hauptsächlich religiösen Themen, welche sie in Textil- und Wandteppicharbeiten, Paramenten und später dann auch in der Glasmalerei einsetzte. Zwei 1930 erstellte mehrere 100 Quadratmeter große gewebte bzw. gestickte Arbeiten in Köln bzw. Dortmund machten sie bekannt. Diese wurden allerdings im Krieg zerstört. Sie entwickelte das Ensemble einzelner leuchtender Glasfenster zu einer geschlossenen Wand, die dann insgesamt viele hundert Quadratmeter Fläche einnahmen. Darüber hinaus schuf sie auch Grafiken und Malereien. Ein Teil ihres Nachlasses wurde 1994 der Stiftung Museum Schloß Moyland überlassen. Elisabeth Coester starb am 18. Mai 1941 in Detmold und wurde in Hohenlimburg begraben.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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