Friedrich Ahlers-Hestermann:
Porträt Alexandra Povorina

Friedrich Ahlers-Hestermann: Porträt Alexandra Povorina (Foto: Jan Petersen, Kunst@SH, 2026)

Daten zum Werk

Friedrich Ahlers-Hestermann: Porträt Alexandra Povorina
(1916, Öl auf Leinwand, ca. 77 x 104 cm)
Hamburger Kunsthalle, Glockengießerwall 5, 20095 Hamburg (Altstadt)

Routenplaner: 53.55474, 10.0039


Beschreibung

In der Sammlung der Hamburger Kunsthalle befindet sich das Porträt der Alexandra Povorina von Friedrich Ahlers-Hestermann. Der Maler hielt sich ab 1907 mehrfach und teils längere Zeit in Paris auf. 1912 lernte er dort die russische Künstlerin Alexandra Povorina kennen, die er später heiratete. Im Porträt ist die junge Frau in einer häuslichen Umbegung in ruhiger Sitzposition dargestellt, der Blick ist verinnerlicht, sodass das Porträt einen intimen Eindruck vermittelt. Farblich dominieren kühle Blau- und Grüntöne. Kurz vor dem Entstehen des Bildes hatte das Paar sein erstes Kind verloren, was sich in der melancholischen Stimmung des Bildes niederschlägt.

Person

Friedrich Ahlers-Hestermann
Friedrich Ahlers-Hestermann wurde am 17. Juli 1883 in Hamburg geboren. 1899–1903 besuchte er auf Empfehlung des Hamburger Kunsthallendirektors Alfred Lichtwark die private Malschule bei dem Hamburger Naturmaler Arthur Siebelist. Der Unterricht fand nach Möglichkeit im Freien statt. 1903 hatte er seine erste Ausstellungsbeteiligung in der Hamburger Kunsthalle und nahm sich zusammen mit Franz Nölken ein eigenes Atelier. Zwischen 1907 und 1914 hielt er sich immer wieder für einige Monate in Paris auf. 1909 studierte er an der Académie Matisse gemeinsam mit den Malerfreunden des Hamburgischen Künstlerklubs Franz Nölken, Walter Alfred Rosam und Gretchen Wohlwill. 1914 kehrte er nach Hamburg zurück. Alexandra Povòrina, die er in Paris kennengelernt hatte, folgte ihm kurze Zeit später und heiratete ihn. Wegen eines Lungenleidens wurde er nicht zum Kriegsdienst eingezogen. 1918 wurde er Lehrer an der Kunstschule Gerda Koppel. 1919 war er zusammen mit Povòrina, Alma del Banco und Gretchen Wohlwill und Heinrich Steinhagen maßgeblich an der Gründung der Hamburgischen Sezession beteiligt. 1924–30 war er erster Vorsitzender der Hamburgischen Künstlerschaft. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden mehrere seiner Bilder beschlagnahmt, doch bis 1939 konnte er an mindestens sechzehn großen Ausstellungen teilnehmen. 1939 floh er mit Frau und Tochter nach Berlin. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war er wieder in Hamburg am Wiederaufbau der Landeskunstschule am Lerchenfeld beteiligt, deren Leiter er bis 1951 blieb. Nach seiner Pensionierung kehrte er nach Berlin zurück und wandte sich wieder verstärkt der eigenen Malerei zu. 1956–73 war er Direktor der Abteilung Bildende Kunst an der Akademie der Künste in Berlin. Zu den Ehrungen zählen das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik (1953), Berliner Kunstpreis (1962) sowie der Edwin-Scharff-Preis der Hansestadt Hamburg (1967). Friedrich Ahlers-Hestermann starb am 11. Dezember 1973 in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

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