Fritz Behn:
Burgtorlöwen

Fritz Behn: Burgtorlöwen (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Fritz Behn: Burgtorlöwen (Bronze, 1913)
Burgtorbrücke, 23552 Lübeck

Beschreibung

Wie Wächterfiguren flankieren zwei bronzene Löwen auf gemauerten Sockeln die Burgtorbrücke und begrüßen die Besucher der Lübecker Altstadtinsel. Doch anders als bei vielen historischen Verwandten machen diese beiden Löwen keinen herrschaftlichen Eindruck und wirken auch nicht übermäßig wachsam. Vielmehr erscheint der eine von ihnen müde und träge, und auch der zweite hat es sich gemütlich gemacht. Somit jagen diese beiden Tiere keinem Gast der Stadt Furcht ein, sondern begrüßen ihn freundlich und gelassen wie zwei alte Bekannte. Ähnlich freundlich wirkt auch das Löwenpaar auf dem Vorplatz des Holstentores.

Ursprünglich zierten die Löwen des Bildhauers Fritz Behn die Zufahrt zum Wohnhaus des Lübecker Kaufmanns Heinrich Leo Behncke. 1952 kaufte die Hansestadt die Figuren und installierte sie am heutigen Standort.

Künstler/in

Fritz Behn wurde am 16. Juni 1878 in Klein-Grabow bei Schwerin geboren. 1898–1900 besuchte er die Bildhauerklasse u.a. bei Wilhelm von Rümann an der Kunstakademie München und war dann später sowohl Mitglied der Münchener Secession als auch des Deutschen Künstlerbundes. 1905, 1907 und 1909 waren seine Arbeiten auf der Biennale in Venedig vertreten. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Arbeiten für den öffentlichen Raum in Italien, Lübeck aber vor allen Dingen in Süddeutschland. 1907–1910 erfolgten seine ersten beiden Reisen nach Deutsch Ostafrika mit Safari-Teilnahmen, was die Motive seiner bildhauerischen Arbeiten für exotische afrikanische Tiere inspirierte. Seit 1911 war er Mitglied der Deutschen Kolonialgesellschaft, die eine deutliche Position des Herrschaftsverhaltens der Kolonisten als auch der Rassentrennung vertrat. Zurück in Europa, meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Politisch auch mit nationalistischem Gedankengut in der NSDAP engagiert, wurde er 1927 Mitarbeiter für bildende Kunst beim Völkischen Beobachter. 1939–1946 war er Professor und Leiter einer Bildhauerklasse an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. 1943 verlieh Adolf Hitler ihm die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft, und er stand auf der Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten bildenden Künstler in der Nazizeit. Ab 1951 in München lebend, konnte er wieder mit Skulpturenportraits international bekannter Persönlichkeiten aktiv und erfolgreich am Kunstgeschehen teilnehmen. Fritz Behn starb am 26. Januar 1970 in München.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

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Galerie

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