Fritz During:
Drehbare Wolke

Fritz During: Drehbare Wolke (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2016)

Daten zum Werk

Fritz During: Drehbare Wolke (1975, Leichtmetall)
Grundschule Eidertal, Olendieksbarg / Rammseer Weg, 24113 Molfsee

Beschreibung

Die kleine Wolke aus Leichtmetall vor der Grundschule Eidertal  ist eine eher untypische Arbeit des Bildhauers Fritz During. Während sich ein Großteil seiner früheren Kunstwerke um figürliche Darstellungen von Menschen dreht, dreht sich die Wolke um die eigene Achse und zeigt dabei eine verspielt abstrakte Formensprache. Im Gegensatz zu den vielfältigen Themen seiner menschlichen Darstellungen – zum Beispiel spielende Kinder, Märchenfiguren und sitzende oder stehende Frauen – ist die kleine Wolke in erster Linie von der Form bestimmt und weniger vom Inhalt.

Die Wolke hat keine klar definierte Kontur, sondern scheint sich allmählich in verschiedene Richtungen aufzulösen, wird im Inneren sogar aufgerissen und erlaubt den Durchblick. Sie ist mal dicker, mal dünner und verändert während der Drehung ständig ihre Silhouette. Wie eine echte Wolke entzieht sie sich der klaren Form.

Die abstrakte Form wird auf verspielte Weise gebrochen, da der Künstler auf der einen Seite nahe der runden Öffnung eine Hand zeigt, auf der Rückseite einen Mund. Auch einige kleine Elemente, die wie Krater oder Planeten aussehen, geben Rätsel auf und sprechen die kindliche Fantasie an, die gern auch in den Wolkenbildern Figuren und Gesichter erkennt.

Text: jp

Person

Fritz During
Fritz During wurde am 31. März 1910 in Burg im Spreewald geboren. Zunächst erlernte er in Cottbus das Tischlerhandwerk, anschließend zog er nach Berlin und besuchte dort Malerei- und Grafikseminare an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Dann studierte er dort bis 1936 Bildhauerei bei Ludwig Gies. 1936 begann er in Kiel als freier Mitarbeiter für die Kieler Kunstkeramik Edmund Jensen Kiel zu arbeiten, dem Nachfolgebetrieb der Kieler Kunst-Keramik AG. In dieser Zeit fertigte er eine größere Zahl von Baukeramiken. Durch den Zweiten Weltkrieg endete diese Tätigkeit. Nach dem Kriegsende arbeitete er als freischaffender Künstler in Raisdorf (heute Schwentinental). Er schuf ein umfangreiches Werk von meist figürlichen und seltener abstrakten Plastiken und Reliefs, von denen viele bis heute in vielen Orten Schleswig-Holsteins zu finden sind. 1959 erhielt er den Kulturpreis der Stadt Kiel und 1979 den Friedrich-Hebbel-Preis. Seine Arbeiten waren in zahlreichen Ausstellungen zu Lebzeiten und posthum zu sehen. Fritz During starb am 8. April 1993 in Preetz. Sein künstlerischer Nachlass wird von der Fritz-During-Stiftung in Plön verwahrt.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

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