Fritz Theilmann: Windgott

Fritz Theilmann: Windgott, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Fritz Theilmann: Windgott (Keramik, 1928).
Fichtestraße 17–31, 24118 Kiel.

Beschreibung

Das Marineviertel in Kiel wurde in den 1920er Jahren für Angehörige der Marine gebaut und zeichnet sich durch rote Backsteinbauten mit reichhaltigen Keramikverzierungen aus. Über dem Torbogen an einer besonders aufwändig gestalteten Fassade steht wie eine Galionsfigur ein expressionistisch gestalteter Windgott aus Keramik, der als eine Art Schutzpatron des Viertels gedacht war. Mit einem Paar Flügeln auf dem Rücken steht der ansonsten unbekleidete Gott mit bloßen Füßen auf einer kleinen Kugel und hält in der Hand eine kleine Kogge, für deren Schutz er sich verantwortlich zeigt.

Künstler

Fritz Theilmann wurde am 28. Dezember 1902 in Karlsruhe geboren. Zunächst wollte er Architekt werden, wechselte aber 1921 zum Bildhauerstudium an der Akademie Karlsruhe. 1925–1929 arbeitete Fritz Theilmann bei der Kieler Kunstkeramik AG (KKK) als Bildhauer, Techniker und Leiter der baukeramischen Abteilung. In diesen Jahren des heute hochgehandelten Kieler Klinker- Expressionismus mit Stilzügen des Art déco entstanden über 50 eigene bau- und freiplastische sowie etliche kleinkeramische Arbeiten. Es folgten Reisen ins östliche Ausland und 1932 der Ruf an die Staatliche Keramische Fachschule (später Meisterschule) in Bunzlau. Im Krieg wurde er in Russland gefangen genommen. Dem Spätheimkehrer wurden die Erlebnisse dieser Jahre zum dominierenden gestalterischen Thema. Seit 1959 arbeitete Theilmann als freischaffender Künstler und fertigte zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum im ganzen Bundesgebiet. Insgesamt schuf er in seinen 88 Lebensjahren fast 600 Arbeiten. Fritz Theilmann starb am 7. August 1991 in Pforzheim. Weitere Informationen (extern): Website zu Fritz Theilmann

Galerie

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