Günter Grass:
Butt im Griff I

Günter Grass: Butt im Griff (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Günter Grass: Butt im Griff I (große Fassung ca. 2,30 Meter, Bronze 2002)
Günter Grass-Haus, Innenhof, Glockengießerstraße 21, 23552 Lübeck

Beschreibung

Die wohl bekannteste Plastik von Günter Grass ist das über zwei Meter hohe Werk Butt im Griff, entstanden nach einem kleineren Tonmodell (ca. 52 cm) aus dem Jahr 1982. Eine nach oben gereckte rechte Hand hält einen Butt in die Höhe. Der Plattfisch ist eines der zentralen Motive des künstlerischen Werks von Günter Grass und nicht zuletzt die Hauptfigur seines 1977 erschienenen, gleichnamigen Romans. Im plattdeutschen Märchen „Von dem Fischer un syner Fru“ erfüllt der Butt einem Fischer und dessen Frau aus Dankbarkeit so lange ihre Wünsche, bis sie immer maßloser werden und am Ende die beiden alle vorigen Errungenschaften wieder verlieren. Damit ermahnt der Butt die Menschen zur Demut, um die Welt lebenswert zu erhalten.

Die Plastik im Hof des Günter Grass-Hauses ist eine von mehreren Güssen und Versionen. Sie wurde 2002 zur Eröffnung des Ausstellungshauses aufgestellt. Weitere stehen in Behlendorf, dem letzten Wohnort des Künstlers, in Göttingen und in Sonderborg. Die Version II mit einer Höhe von 1,30 Metern zeigt eine etwas zierlichere, linke Hand.

Künstler/in

Günter Wilhelm Grass wurde am 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr geboren. Der Literatur-Nobelpreisträger von 1999 wurde 1959 mit seinem Debütroman „Die Blechtrommel“ international bekannt. Er war vor allem kritischer und kritisierter Schriftsteller sowie politisch Aktiver und gehörte der Schriftstellergruppe „Gruppe 47“ an, die 1947 bis 1967 renommierte Schriftsteller und Literaturkritiker versammelte und bedeutsam für Entwicklung der deutschsprachigen Literatur in der Nachkriegszeit war. Der Mehrfachbegabte war allerdings aus eigener Sicht vor allem ausgebildeter Bildhauer, Zeichner und Grafiker. 1948–1952 studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie, später zog er nach Berlin und nahm 1953–1956 an der Hochschule für Bildende Künste Unterricht beim Bildhauer Karl Hartung. Bis 1959 lebte er in Paris, danach in Berlin-Friedenau, in Wewelsfleth in Schleswig-Holstein und in Hamburg. 1987 zog er nach Behlendorf bei Ratzeburg, wo er bis zu seinem Tod lebte. Zeichnungen und Literatur sind eng miteinander verwoben. Viele seiner in zahlreichen Ausstellungen präsentierten Grafiken illustrieren gleichzeitig seine Romane, Erzählungen und Gedichte. Zu seinen Motiven gehörten Butt, Unke, Schnecke oder Selbstbildnisse mit Pfeife, ebenso wie Rättin, Oskar Matzerath oder auch die Illustration zu „Andersens Märchen“. Seine Skulpturen vom „Butt“, „Die Ratten den aufrechten Gang übend“ oder auch die verschiedenen Tanz-Motive des selber begeisterten Tänzers, zeugen insbesondere von seinem Faible für die Umsetzung seiner Ideen und Visionen in eine mehrdimensionale und haptische Form der Kunst. Günter Grass starb am 13. April 2015 in Behlendorf. Zur Würdigung seines Wirkens wurde bereits zu Lebzeiten das Günter Grass-Haus in Lübeck errichtet.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

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Galerie

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