Gustav Seitz:
Junges Mädchen

Gustav Seitz: Junges Mädchen (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Gustav Seitz: Junges Mädchen (1949/67, Bronze)
Albrecht-Thaer-Gymnasium, Wegenkamp 3, 22527 Hamburg (Stellingen)

Beschreibung

Vor dem Albrecht-Thaer-Gymnasium in Stellingen findet sich auf einer kleinen Mauerbrüstung die lebensgroße Bronzeplastik Junges Mädchen von Gustav Seitz. Das unbekleidete Mädchen sitzt aufrecht auf einem Hocker, die Beine leicht geöffnet aufgestellt und die Hände zwischen den Knien überschlagen. Der Kopf ist leicht zur Seite gedreht, der neutrale Blick geht nach vorn. Die Plastik strahlt eine große Klarheit und Konzentration aus und stellt die Inszenierung des Körpers in den Mittelpunkt. Auf narrative Elemente verzichtet der Künstler. Die zurückhaltende Gestaltung erinnert an die etwa zeitgleich entstandene Stehende Eva. Vor einigen Jahren wurde die Bronzeplastik von Unbekannten mit schwarzer Farbe bemalt, wodurch die Wirkung des Materials leider verloren ging.

Text: jp

Person

Gustav Seitz
Gustav Seitz wurde am 11. September 1906 in Neckerau bei Mannheim geboren. Bis 1924 machte er eine Ausbildung beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen. Gleichzeitig nahm er Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen beim Maler und Graphiker W. Murano an der Gewerbeschule Mannheim. Anschließend studierte er an der Landeskunstschule Karlsruhe, an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst Berlin bei Ludwig Gies und war ab 1928 Meisterschüler von Wilhelm Gerstel bzw. 1933–1938 bei Hugo Lederer. 1943 wurden Atelier und Wohnung in Berlin samt, seiner gesammelten Arbeiten zerstört. Nachdem er 1946 einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Berlin wahrnahm und 1950-1958 in der DDR lebte, zog er nach Hamburg um und lehrte bis 1969 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste. Seit 1955 stellte er Plastiken und Zeichnungen im In- und Ausland aus und seine Werke sind in vielen deutschen Sammlungen vertreten. Er reiste viel ins europäische Ausland und suchte dort Anregungen für seine Arbeiten. Er stellte auf der documenta II (1959) und III (1964) in Kassel und der Biennale in Venedig (1968) aus und war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Gustav Seitz starb am 26. Oktober 1969 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: hws

Galerie

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