Gustav Seitz:
Porta d’Amore

Gustav Seitz: Porta d’Amore (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Gustav Seitz: Porta d’Amore (1970 fertiggestellt, Bronze)
Museum für Kunst und Gewerbe, Nordwesteingang, Steintorplatz 20099 Hamburg (St. Georg)

Beschreibung

Das bronzene Nordwestportal des Museums für Kunst und Gewerbe, das heute nur noch als Nebeneingang dient, zeigt einige zumindest für den öffentlichen Raum ungewöhnlich pikante Details. Die Porta d’Amore war eine Auftragsarbeit des Museums an den Bildhauer Gustav Seitz, die jedoch durch den Tod des Künstlers erst posthum durch dessen Schüler Edgar Augustin zusammengefügt werden konnte. Das Portal besteht aus 41 Flachreliefs und einem stärker plastisch ausgeformten Griff in Form eines Frauenaktes. Die Reliefs zeigen zum überwiegenden Teil stilisierte menschliche Aktdarstellungen, teilweise in überraschend expliziten Posen. Die reduzierte formale Gestaltung der menschlichen Figuren erinnert an Kultbilder früherer Völker. Teile der späteren Tür wurden 1968 als Einzelreliefs auf der Biennale in Venedig gezeigt.

Text: jp

Person

Gustav Seitz
Gustav Seitz wurde am 11. September 1906 in Neckerau bei Mannheim geboren. Bis 1924 machte er eine Ausbildung beim Bildhauer August Dursy in Ludwigshafen. Gleichzeitig nahm er Unterricht im figürlichen Zeichnen und kunstgewerblichen Entwerfen beim Maler und Graphiker W. Murano an der Gewerbeschule Mannheim. Anschließend studierte er an der Landeskunstschule Karlsruhe, an den Vereinigten Staatsschulen für Freie und Angewandte Kunst Berlin bei Ludwig Gies und war ab 1928 Meisterschüler von Wilhelm Gerstel bzw. 1933–1938 bei Hugo Lederer. 1943 wurden Atelier und Wohnung in Berlin samt, seiner gesammelten Arbeiten zerstört. Nachdem er 1946 einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Berlin wahrnahm und 1950-1958 in der DDR lebte, zog er nach Hamburg um und lehrte bis 1969 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste. Seit 1955 stellte er Plastiken und Zeichnungen im In- und Ausland aus und seine Werke sind in vielen deutschen Sammlungen vertreten. Er reiste viel ins europäische Ausland und suchte dort Anregungen für seine Arbeiten. Er stellte auf der documenta II (1959) und III (1964) in Kassel und der Biennale in Venedig (1968) aus und war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes. Gustav Seitz starb am 26. Oktober 1969 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: hws

Galerie

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