Helene Blum-Gliewe:
Auf der Bank

Helene Blum-Gliewe: Auf der Bank (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Helene Blum-Gliewe: Auf der Bank (Sgraffito)
Jürgenskoppel 11, 24253 Probsteierhagen

Beschreibung

An einer Hauswand an der Bahnlinie in Probsteierhagen findet sich ein Sgraffito von Helene Blum-Gliewe. Die grafisch reduzierte Arbeit zeigt eine dörfliche Szene, ein älteres Paar auf einer Bank neben einem Apfelbaum und im Hintergrund ein reifenspielendes Mädchen. Die Farbigkeit ist stark gedämpft mit zwei Grautönen und einigen ockerfarbenen Akzenten. Die beiden Alten sitzen in Gedanken versunken nebeneinander und ruhen sich wohl von der Arbeit aus. Das Kind hingegen läuft munter und unbeschwert mit weiten Schritten im Hintergrund.

Text: jp

Person

Helene Blum-Gliewe
Helene Blum-Gliewe wurde am 17. Dezember 1907 als Helene Gliewe in Stolp in Pommern geboren. In Berlin arbeitete sie als Assistentin beim Bühnenbildner Edward Suhr (1899–1971) an der Volksbühne am Bülowplatz. Ab 1924 studierte sie zusätzlich an der Hochschule der Bildenden Künste in Charlottenburg als Schülerin von Cesar Klein, Emil Orlik und Karl Hofer. Sie wurde die erste weibliche Bühnenbildnerin Deutschlands. Ab 1926 arbeitete sie am Grenzlandtheater, dem Landestheater der Stadt Schneidemühl, danach 1928–39 freischaffend als Bühnenbildnerin für rund 400 Stücke. Sie erhielt Gastaufträge in den Niederlanden, in Wuppertal, Dessau und Altona und war an Ausstellungen in Mailand, Madrid, Bayreuth beteiligt. 1939 heiratete sie den Arzt Dr. Josef Blum. 1940–42 war sie für das Brüsseler Opernhaus La Monnaie/De Munt, das Königliche Schauspielhaus in Antwerpen, das belgische Staatsschauspiel Antwerpen und das französische Grand Théâtre in Lille tätig. Ab 1947 wurde sie in Mönkeberg an der Kieler Förde ansässig. Dort arbeitete sie in den folgenden 20 Jahren intensiv mit dem Malermeister Kurt Weinreich zusammen und erhielt zahlreiche Aufträge für Wandmalereien, Sgraffiti, großflächige Wandfriese, Kirchenfenster und mehr. In Schleswig-Holstein wurden 52 großformatige Arbeiten umgesetzt. Helene Blum-Gliewe starb am 31. Januar 1992 in Kiel.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: jp

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)