Herbert Mhe:
Ballspielende Jünglinge

Herbert Mhe: Ballspielende Jünglinge (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Herbert Mhe: Ballspielende Jünglinge (1930, Bronze)
Laubenganghäuser, Schlettstadter Straße 4, 22049 Hamburg (Dulsberg)

Routenplaner: 53.58285, 10.06284


Beschreibung

Die Laubenganghäuser in Dulsberg wurden 1927 bis 1931 unter Leitung des Architekten Paul August Reimund Frank als bezahlbare Wohnungen für Arbeiter und Angestellte erbaut. Heute steht die Wohnsiedlung unter Denkmalschutz. Besonderes Merkmal sind neben der markanten Klinkerarchitektur auch die geschützten und gepflegten Innenhöfe. In einem der Höfe trifft man auf die zweiteilige Figurengruppe der Ballspielenden Jünglinge von Herbert Mhe. Zwei nackte Jungs stehen einander in einigem Abstand gegenüber, bereit sich Bälle zuzuwerfen. Sie stehen in geöffneter Schrittstellung mit einem Ball in der rechten Hand, den Oberkörper nach hinten geneigt und seitlich eingedreht. Die linke Hand ist erhoben und geöffnet. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich, dass die Figuren wohl identisch sind und die Wirkung des Spiels durch die Doppelung entsteht. Die Körperhaltung mit dem Wechsel von gestreckten und gegeugten Partien wirkt leicht inszeniert, doch entsteht durch die Gegenüberstellung ein lebendiger und unbekümmerter Eindruck.

Die Figurengruppe wird häufig Ludolf Albrecht zugeschrieben, der die Tanzenden Mädchen in derselben Wohnsiedlung erstellt hat. Doch nennt ein historischer Zeitungsbericht den Künstler Mhe als Schöpfer.

Person

Herbert Mhe
Herbert Mhe (eigentlich Herbert Meyer) wurde am 2. September 1891 in Hamburg geboren. Er studierte Malerei an der Kunstgewerbeschule Hamburg und war 1911/12 Schüler bei Lovis Corinth in Berlin. Auch als Dramatiker und Kunstkritiker war er tätig. Nach der Heirat zog er nach München. Zur Bildhauerei kam er ab 1924, als er sich in Taormina aufhielt. Bis 1931 unternahm er Reisen nach Italien, Tunesien, Griechenland und Frankreich und ließ sich anschließend wieder in Hamburg nieder. Dort arbeitete zusammen mit den Bildhauern Richard Haizmann, Paul Henle und den Malern Otto Thämer und Friedrich Wilhelm Schirrmacher in einer Ateliersgemeinschaft. In seinen oft reduzierten Arbeiten sind Anklänge der archaischen Plastik Ägyptens ebenso zu finden wie auch eine Verbindung zur Moderne. Nach der Ausstellung „Entartete Kunst“ 1937 zog er sich von der Kunst zurück und stellte nicht mehr aus. 1945 war er Mitbegründer des BBK. Herbert Mhe starb am 1. August 1952 durch einen Unfall.

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Galerie

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