Hugo Klugt:
Grabmal Klugt

Hugo Klugt: Grabmal Klugt (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Hugo Klugt: Grabmal Klugt
(1937/38, Muschelkalk, Marmor, 205 x 200 cml, Büste 165 x 30 cm)
Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg (Ohlsdorf)

Beschreibung

Das Grabmal Klugt auf dem Friedhof Ohlsdorf besteht aus zwei getrennten Teilen. Etwas seitlich vom Hauptgrabmal steht eine kleine Frauenbüste auf einem Postament. Vermutlich ist es eine Arbeit aus der Werkstatt von Hugo Klugt, die ursprünglich zu einem anderen Zweck entstand und erst später ihren Standort am Familiengrab fand. Das größere Mal links davon zeigt als Relief auf einem breiten Unterbau eine hockende männliche Figur in Seitenansicht. Der auf den Fußballen kauernde und unbekleidete Mann beugt sich zu einer empor ragenden Hand, die ihm ein Schwert und eine Fackel reicht. Unter dem Relief findet sich in runenartiger Schrift der Text „Leuchte u. kämpfe, siege u. sterbe!“. Schwert, Fackel und Inschrift erscheinen aus heutiger Sicht kriegerisch und martialisch im Sinne der nationalsozialistischen Ideologie. Doch sie können auch neutral interpretiert werden als eine Mahnung an die begrenzte Lebenszeit, ähnlich wie der Ausspruch am Grabmal Wegener: „Man muss wirken, solang es Tag ist“ – oder ganz modern YOLO (You only live once). (Vgl. Leisner, 1990, Kat. 1134)

Künstler/in

Hugo Klugt wurde am 14. Dezember 1879 in Hamburg geboren. Nach einer Ausbildung 1895 an der Gewerbeschule sowie 1899 an der Kunstgewerbeschule in Hamburg, begann er 1902 sein Malerei-Studium an der Hochschule der Künste in Berlin bei A. Brausewetter und setzte dies 1903 mit einem Studium an der Münchener Akademie bei Wilhelm von Ruemann und Peter Hahn mit Bildhauerei und Grafik fort. 1906 und 1907 unternahm er Studienreisen u.a. nach Holland und bezog 1910 sein erstes Atelier am Schlump. 1914–1916 übernahm er die Bildhauerklasse der Kunstgewerbeschule. Nach dem 1. Weltkrieg trat er der Freimaurerloge „Zum Pelikan“ bei und wurde Mitglied der Hamburger Künstlerschaft. Gleichzeitig bedeutete seine Logenmitgliedschaft aber auch, dass er keine öffentlichen Aufträge mehr erhielt, sodass er sich ab 1929 als Lehrer für Kunstgeschichte einstellen ließ. Seine Ausbildung als Grafiker befähigte ihn zusätzlich zu seinen bevorzugten bildhauerischen Arbeiten wie Portraitbüsten, Denkmälern und Skulpturen, auch zur Erstellung von Entwürfen für Glasfenster. Seine Arbeiten gehören zu öffentlichen Sammlungen wie der Hamburger Kunsthalle sowie dem Museum für Völkerkunde in Hamburg. Hugo Klugt starb am 15. Mai 1939 in Hamburg.

Galerie

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