Jörg Plickat:
Dialog

Jörg Plickat: Dialog (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Dialog / Dialogue
(2014, Cortenstahl, H 620 L 320 B 240, aufgestellt 2020)
Campus der FH Kiel, Grenzstraße, 24149 Kiel

Beschreibung

In seiner Cortenstahlplastik Dialogue vereint Jörg Plickat verschiedene bildhauerische Ansätze. Zwei schlanke und hohe Stelen stehen eng nebeneinander. Die ursprünglich als Quader stehenden Stelen sind durch Subtraktion einzelner Formen individuell geformt. Aus der klaren und strengen Grundform ist so ein lebhaft strukturiertes Stelenpaar entstanden. Im Kopfbereich sind zwei Bogensegmente waagerecht ergänzt, die die beiden Stelen zu umschließen scheinen. Die beiden Segmente erscheinen vor dem Auge des Betrachters als eine kreisförmige Einheit, obwohl viel freier Raum zwischen ihnen bleibt. Wie in anderen Werken auch, treffen in der Plastik vertikale und horizontale Elemente aufeinander. Ebenso greift der Künstler die Paarthematik auf, die er als Dialog der zwei Stelen, der zwei Kreissegmente und der zwei unterschiedlichen Grundformen inszeniert.

Die Skulptur ist ein Teil des Projektes LINE – VOLUME – SPACE an der Fachhochschule Kiel. Neun Stationen eines Skulpturenpfades auf dem Campus nehmen unmittelbar Bezug zur historischen und räumlichen Situation im Stadtteil. Wo heute studentisches Leben und Lernen stattfindet, war einst ein wichtiger Standort der Werftindustrie – mit allen positiven und negativen Folgen. Blüte und Zerstörung des Stadtteils Dietrichsdorf wie auch der Stadt Kiel waren eng mit diesem Industriezweig und seinem wichtigsten Material, dem Stahl, verbunden. Die Skulpturen von Jörg Plickat bestehen aus Cortenstahl, aber auch aus Bronze und Marmor, und spiegeln damit die vielfältigen Facetten des Lebens vor Ort. Die Stationen verbinden die Orte vom Mittelpunkt des Campus am Sokratesplatz bis hin zum Ufer der Schwentine.

Zur Ausstellung: LINE – VOLUME – SPACE

Text: jp

Künstler:in

Jörg Plickat
Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. Er studierte Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seine erste Ausstellung hatte er 1979 in der Werkstatt Maulwurf in Kiel. Er war auf zahlreichen europäischen Kunstmessen und auf über 250 Ausstellungen weltweit vertreten. Mehr als 60 überwiegend monumentale und raumgreifende Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum und in Kirchen im norddeutschen Raum sowie an vielen Orten im Ausland. 2011 war er als erster nichtchinesischer Lehrer an den hochrangigen Akademien in Peking und Hangzhou tätig. War in den 80er Jahren sein bevorzugtes Material noch Holz und später Naturstein bei überwiegend figürlichen Motiven, arbeitet er seit den 90er Jahren in seinen kubistisch reduzierten und dennoch menschlichen proportionalen Formen in Bronze und Corten-Stahl. 2012 erhielt er den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, eröffnete 2013 mit neun Skulpturen seinen eigenen Skulpturenpark „Koppel der Künste“ in Bredenbek und gewann 2015 mit dem Macquarie-Preis Australiens höchsten Preis für Bildhauerei. 2018 erhielt er den NordArt-Preis 2017. Jörg Plickat lebt und arbeitet in Bredenbek.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: hws

Galerie

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