Johannes Schilling:
Kriegerdenkmal 1870/71

Johannes Schilling: Kriegerdenkmal 1870/71 (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Johannes Schilling: Kriegerdenkmal 1870/71
(1877, Bronze)
Fontenay / Alsterufer, 20354 Hamburg (Rotherbaum)

Beschreibung

An die im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 gefallenen Soldaten des Infanterie-Regiments (2. Hanseatisches) No. 76 erinnert ein Denkmal von Johannes Schilling. Ursprünglich wird es 1877 in der Esplanade am Stephansplatz eingeweiht, rund fünfzig Jahre später erfolgt 1926 die Versetzung an den heutigen Standort im Alsterpark der Fontenay. Auf einem rotbraunen Marmorsockel steht eine bronzene Figurengruppe, die in plastischer Rundumansicht eine erschütternde Szene nach der Schlacht zeigt. Eine Gruppe sterbender Krieger liegt mitsamt dem ebenfalls zusammengebrochenen Pferd im Todeskampf und wird von einem Engel begleitet, der einem der Soldaten die Stirn küsst. Für die beiden anderen Männer hat der Engel ein Palmblatt und einen Lorbeerkranz in den Händen. Tafeln und Inschriften am Sockel nennen die Orte der Schlachten und die Namen der Gefallenen.

Künstler/in

Johannes Schilling wurde am 23. Juli 1828 in Mittweida geboren. Nach der Übersiedlung 1829 nach Dresden und 1834–1842 dem Besuch der dortigen Schule studierte er 1842–1850 an der Königlichen Sächsischen Kunstakademie in Dresden. 1845 besuchte er für ein Zeichenstudium die Akademie der Modellierklasse von Ernst Rietschel anschließend 1851–1852 das Atelier von Friedrich Drake in Berlin. Seine Ausbildung setzte er dann mit einem Malstudium bei Christian Daniel Rauch fort, um dann 1853 in das akademische Atelier von Ernst Julius Hähnel in Dresden einzutreten. 1855 erhielt er ein Rom-Stipendium der Dresdner Akademie.1856 gründete er sein erstes eigenes Atelier in Dresden. Unter den vielen Ehrungen wurden ihm die Ehrenbürgerrechte der Stadt Mittelweida 1878 und Dresden 1883 sowie die Ehrenmitgliedschaft der Königlichen Kunstakademie Dresden und München verliehen. Insgesamt schuf er mehr als 280 Plastiken und mehr als 1.000 Zeichnungen. 1860–1903 erhielt er bedeutsame Aufträge zur Realisierung von Skulpturen bekannter Persönlichkeiten, von kaiserlichen Denkmälern oder Allegorien in deutschen Städten wie Dresden, Gotha, Wien, Berlin, Hamburg, Leipzig, Dortmund, Wiesbaden, Straßburg, Prenzlau, Niederwald (Nähe von Rüdesheim mit dem Niederwalddenkmal) sowie in Österreich, Frankreich und Italien. Johannes Schilling starb am 21. März 1910 in Klotzsche bei Dresden.

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Galerie

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