Karl August Ohrt:
Schwäne

Karl-August Ohrt: Schwäne (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Karl August Ohrt: Schwäne (Bronze, 1958)
Grindel-Hochhäuser, Grindelberg, 20144 Hamburg (Harvestehude)

Beschreibung

Aus der Ferne ist kaum zu erkennen, was es mit der eigentümlichen Form mitten in den Grünanlagen der Grindelhochhäuser auf sich hat. Das bronzene „Gebilde“ aus unregelmäßigen Linien mit vielen Durchbrüchen und Zwischenräumen erschließt sich nicht auf Anhieb. Doch beim genaueren Hinsehen und beim Umrunden der Arbeit klärt es sich auf: zwei Schwäne! Karl August Ohrt präsentiert eine Tierplastik, die nicht gefällig ist sondern überraschend. Denn nicht das möglichst naturgetreue Abbild sondern die eigenständige und spannungsvolle Form steht hier im Mittelpunkt. So sind die Flügel beider Tiere durchbrochen, während der Hals des einen Tieres ganz zum Körper gedreht ist. Mit jedem Schritt ändert sich die Wirkung, die die optischen Überlagerungen und auch das Licht- und Schattenspiel mit einbezieht. Während bei üblichen Tierporträts das menschliche Gehirn in der Erinnerung das passende Muster findet und daher unmittelbar erkennt, worum es sich handelt, irritiert der Künstler hier die Wahrnehmung und fordert so das Gehirn heraus. Von den fünf zwischen den Wohnblöcken am Grindelberg aufgestellten Skulpturen entfernt sich diese Darstellung am weitesten vom Vorbild der Natur und ist am stärksten abstrahiert.

Künstler/in

Karl August Ohrt wurde am 20. Februar 1902 in Schönwalde bei Eutin geboren. Zunächst wurde er Landwirt. Mit 21 Jahren besuchte er die Klasse des Malers Julius Wohlers an der Landeskunstschule am Lerchenfeld. 1931–1932 absolvierte er zwei Semester Bildhauerei bei Richard Luksch, blieb aber weitgehend Autodidakt. Seine erste größere Plastik Tanzende Mädchen wurde 1935 in Hamburg aufgestellt, aber später von den Nationalsozialisten als entartet eingestuft. Nach dem Krieg wurde sie wieder am alten Standort im Stadtpark aufgestellt. Er war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes und Teilnehmer an mehreren DKB-Jahresausstellungen. Als Auszeichnungen erhielt er 1961 den Edwin-Scharff-Preis und 1985 die Biermann-Ratjen-Medaille. Mehrere Arbeiten von ihm stehen im Hamburger Raum. Am 5. Oktober 1993 starb Karl August Ohrt in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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