Leo Kornbrust:
Organische Formen aus Stein

Leo Kornbrust: Organische Formen aus Stein (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Leo Kornbrust: Organische Formen aus Stein
(1980, verschiedene Gesteine, vierteilig, Höhe je bis 90 cm)
Kraftfahrtbundesamt, Pausengarten, Fördestraße 16, 24944 Flensburg

Beschreibung

Der Pausengarten des Kraftfahrtbundesamtes liegt etwas versteckt und abseits vom Trubel des Behördenalltags am Rande eines angrenzenden Naturschutzgebietes. Ganz bewusst soll der Garten einen urwüchsigen Zustand zeigen und sich so von der üblichen Stadtlandschaft unterscheiden. In diese Landschaft hat Leo Kornbrust eine vierteilige Steingruppe gesetzt. Die einzelnen Steine wirken wie zufällig dort gelagert, doch im Ensemble wird deutlich, dass eine Absicht dahintersteckt. Vier unterschiedliche Materialen aus verschiedenen Teilen der Welt (Südafrika, Sibirien, Eifel, Westerwald) zeigen ihre individuellen Eigenheiten im Zusammenspiel mit der Natur. Die Steine sind vom Künstler sorgfältig bearbeitet, behalten aber dennoch ihren gewachsenen Eindruck. Drei von ihnen ragen aufrecht empor, der vierte schlängelt sich am Boden entlang. Ursprünglich war vom Künstler noch eine fünfte Skulptur geplant, die in einiger Entfernung eine kristallin-geometrische Formensprache zeigen und so einen deutlichen Kontrast bilden sollte. Aus Kostengründen wurde darauf verzichtet.

Das Gelände des Kraftfahrtbundesamtes ist nur mit Sondergenehmigung zugänglich.

Künstler/in

Leo Kornbrust wurde am 31. August 1929 in St. Wendel, Saarland geboren. Nach Schreiner- und Holzbildhauerausbildung 1943–1950 studierte er 1951–1957 an der Akademie der Bildende Künste in München und war Meisterschüler von Toni Stadler. Er erhielt Auszeichnungen und Preise so u.a. das Stipendium der Villa Massimo, Rom 1959 sowie der Cite Internationale des Art Paris 1966 und den Kunstpreis des Saarlandes 1984. Nachdem er 1957–1960 in München sein eigenes Atelier unterhielt, nahm er 1978 eine Professur an der Akademie in München an, war dort 1991–1993 Prorektor, wurde 1995 deren Ehrenmitglied, bis er Ende der 1990er Jahre emeritierte. Er war Mitglied des deutschen Künstlerbundes und nahm ab 1959 an den Jahresausstellungen teil. Schuf er anfangs auf Basis von modelliertem Ton als Motive menschliche Figuren, Frauenakte und Portraitköpfe, begann er in den 1960er Jahren Bildhauerarbeiten mit Basalt-Lava und dunklem Granit in eher abstrakter bis konstruktivistischer Form. In den 1970er Jahren spielten „Schrift-Skulpturen“, „Steinthrone“ und die Behandlung der „inneren Linie“ eine wichtige Rolle in seinem Ouevre. Arbeiten im öffentlichen Raum wurden in den 1990er Jahren durch eine Vielzahl von Skulpturen im süddeutschen Raum, aber auch in Bremen, München, Neumünster und im Ausland realisiert. Ab dem selben Zeitraum konnte man seine Arbeiten in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland sehen. Nachdem er 1967–1970 am Symposium Europäischer Bildhauer im französischen St. Margarethen (Burgenland) teilnahm, wo er Karl Prantl und dessen Ideen von einer Skulpturenstraße kennengelernt hatte, war er 1971 selber Initiator des internationalen Bildhauersymposiums in St. Wendel und 1979 Initiator der „Straße der Skulpturen“. 1987 wurde diese mit dem Projekt des Bildhauers Paul Schneider als „Steine der Grenze“ verbunden. Zusammen verstanden sich beide Skulpturenwege als Hommage an die Idee einer „Straße des Friedens“ von Paris nach Moskau des 2004 gegründeten gleichnamigen Vereins. Leo Kornbrust lebt heute in St. Wendel.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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