Oskar Ulmer:
Mutter und Kind

Oskar Ulmer: Mutter und Kind (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Oskar Ulmer: Mutter und Kind (1912, Stein)
HAW, Hochschule für angewandte Wissenschaften, Finkenau 35, 22081 Hamburg (Uhlenhorst)

Beschreibung

Die „Finkenau“ bezeichnete im Hamburger Sprachgebrauch die ehemalige Frauenklinik, die 1911–14 in dieser Straße als Klinik und Lehranstalt für Schwestern- und Hebammenschülerinnen erbaut wurde. Im Laufe der Jahrzehnte erblickten hier rund 250.000 Kinder das Licht der Welt. Im Jahr 2000 wurde die Klinik geschlossen. Heute werden die Gebäude vom Kunst- und Mediencampus Finkenau genutzt. An die frühere Bedeutung erinnern gleich drei Skulpturen, die noch heute auf dem Campus zu finden sind. Eine davon ist Oskar Ulmers Brunnenfigur Mutter und Kind. Sie zeigt oberhalb einer großen Brunnenanlage in seitlicher Ansicht eine kniende junge Frau, die ihr neugeborenes Kind hält. Die Haltung drückt durch die formale Geschlossenheit viel Nähe und Geborgenheit aus – der Körper der Frau umgibt und schützt den Säugling zu großen Teilen.

Text: jp

Künstler:in

Oskar Ulmer
Oskar Erwin Ulmer (Oscar E. Ulmer) wurde am 19. Juni 1888 in Hamburg geboren. Nach der Schule studierte er an der Kunstgewerbeschule in Hamburg-Altona und schloss ein weiteres Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie München bei Adolf von Hildebrand an. Er erhielt Auftragsarbeiten durch den Hamburger Architekten Fritz Schumacher zur Ausschmückung von Häuserfassaden in der Hansestadt. 1913 schuf er wohl eine seiner ersten Mutter-Kind-Skulpturen, die später thematisch immer wieder zu seinen Motivschwerpunkten gehörte. In den 1920er Jahren eröffnete er ein Steinmetzgeschäft für Grabmäler und bildete auch selber Steinmetze aus. Er war Mitglied des Hamburger Künstlervereins und der Hamburger Sezession. Er fertigte eine Vielzahl von Skulpturen u. a. auch für den öffentlichen Raum in Hamburg an, so unter anderem für die Hamburger Kunsthalle, Kirchen, öffentliche Gebäude und für Gräber auf dem Ohlsdorfer Friedhof. 1941 beteiligte er sich an der großen deutschen Kunstausstellung in München mit einer Mutter-Kind-Plastik. 1945 wurde diese Skulptur für ein Familiengrab verwendet. Der Künstler ist auf dem Ohlsdorfer Friedhof mit seiner Frau begraben. Oskar Ulmer starb am 9. Dezember 1963 in Hamburg.

Text: hws

Galerie

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