Richard Emil Kuöhl:
Grabmal Tchilling-Hiryan

Richard Emil Kuöhl: Grabmal Tchilling-Hiryan

Daten zum Werk

Richard Emil Kuöhl: Grabmal Tchilling-Hiryan
(1927, Marmor, Sockel 175 x 140 cm, Figur 40 x 90 cm)
Friedhof Ohlsdorf, Fuhlsbüttler Straße 756, 22337 Hamburg (Ohlsdorf)

Beschreibung

Das Grabmal Tchilling-Hiryan auf dem Friedhof Ohlsdorf aus weißem Marmor zeigt auf einem Sockel die Figur einer gekauert liegenden Frau. Die Beine hat sie eng unter denm Körper gezogen, die Arme unter dem Kopf verschränkt. Das leichte Gewand umspielt den sanft den Körper, während in der rechten Hand eine Rose ruht. Richard Emil Kuöhl fängt die Trauer und Wehmut über den Verlust eines geliebten Menschen auf ganz stille Art ein. Zart und verletzlich wirkt die junge Frau in diesem intimen Moment, den man als Besucher des Friedhofes nicht stören möchte. Auch die Worte der Inschrift auf dem Sockel berühren in ihrer Melancholie: „Ich dachte hin, ich dachte her, um Glück für Dich zu werben. Nur an das Eine dacht’ ich nicht, dass Du mir könntest sterben.“

Der armenisch-deutsche Carl Tchilling-Hiryan (eigentlich Tchillinghiryan) ließ das Grabmal für seine Eltern errichten und fand dort später auch selbst seine Ruhe. Bereits sein Vater Karabet Martin Tchilinghiryan war in Hamburg als Kaufmann und Kaffeeröster tätig. Carl Tchilling-Hiryan gründete 1949 gemeinsam mit Max Herz die Firma „Frisch-Röst-Kaffee Carl Tchilling GmbH“, den heutigen Tchibo-Konzern. (Vgl. Leisner, 1990, Kat. 1010)

Künstler/in

Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer studierte er ab 1902 an der Dresdner Kunstgewerbeschule beim Bildhauer Karl Groß. Später folgte er seinem Lehrer aus Dresden Fritz Schumacher nach Hamburg, der u.a. für seine Backsteinbauten bekannt geworden ist, die Kuöhl dann in den folgenden Jahren mit Skulpturen ergänzend bestückte. Diese setzte er in Stein, Keramik und Terrakotta für Gebäude u.a. in Bad Oldesloe, Flensburg, Lübeck oder Hamburg sowie in Kunstobjekten auf Grabanlagen des Ohlsdorfer Friedhofs um. Er war Mitglied im Hamburger Kunstverein und 1919–1932 Mitglied der Hamburger Sezession, deren Jahresausstellung 1933 von den Nationalsozialisten zwangsgeschlossen wurde. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP diente er den staatlichen Institutionen als Auftragnehmer wie beispielsweise mit dem Kriegerdenkmal in Hamburg, dem dann in den 1980er Jahren das Gegendenkmal des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka gegenübergestellt wurde. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

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Galerie

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