Richard Emil Kuöhl:
Mors Mors

Richard Emil Kuöhl: Mors Mors (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Richard Emil Kuöhl: Mors Mors (1936, Sandstein)
Memel-Haus, Rademachergang / Breiter Gang, 20355 Hamburg (Neustadt)

Beschreibung

An der Gebäudeecke des Memel-Hauses prangt die Figur eines frechen Jungen mit Schiebermütze, der sein nacktes Hinterteil zeigt. Die Figur bezieht sich auf das gegenüber stehende Hummeldenkmal, eine Darstellung des Wasserträgers Hans Hummel, alias Johann Bentz. Dieser wurde bei seiner Arbeit oft von den Straßenkindern umringt und mit dem spöttischen Aufruf „Hummel, Hummel“ begrüßt, worauf er mit „Mors, Mors“ reagierte, was in etwa meinte, die Kinder könnten ihn am Allerwertesten lecken. Diese etwas derbe Anekdote wurde von Richard Emil Kuöhl augenzwinkernd und figürlich wiedergegeben.

Text: jp

Künstler:in

Richard Emil Kuöhl
Richard Emil Kuöhl wurde am 31. Mai 1880 in Meißen geboren. Nach einer Ausbildung als Kunsttöpfer studierte er ab 1902 an der Dresdner Kunstgewerbeschule beim Bildhauer Karl Groß. Später folgte er seinem Lehrer aus Dresden Fritz Schumacher nach Hamburg, der u.a. für seine Backsteinbauten bekannt geworden ist, die Kuöhl dann in den folgenden Jahren mit Skulpturen ergänzend bestückte. Diese setzte er in Stein, Keramik und Terrakotta für Gebäude u.a. in Bad Oldesloe, Flensburg, Lübeck oder Hamburg sowie in Kunstobjekten auf Grabanlagen des Ohlsdorfer Friedhofs um. Er war Mitglied im Hamburger Kunstverein und 1919–1932 Mitglied der Hamburger Sezession, deren Jahresausstellung 1933 von den Nationalsozialisten zwangsgeschlossen wurde. Auch nach der Machtübernahme der NSDAP diente er den staatlichen Institutionen als Auftragnehmer wie beispielsweise mit dem Kriegerdenkmal in Hamburg, dem dann in den 1980er Jahren das Gegendenkmal des österreichischen Bildhauers Alfred Hrdlicka gegenübergestellt wurde. Er starb am 19. Mai 1961 in Rohlfshagen bei Bad Oldesloe.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: hws

Galerie

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