Siegfried Möller:
Marner Kriegerdenkmäler

Siegfried Möller: Marner Kriegerdenkmäler (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Siegfried Möller: Marner Kriegerdenkmäler (1922, Sandstein)
Alter Kirchhof 2, 25709 Marne

Beschreibung

Im September 1922 wurde in Marne mit einem großen Festakt das zweiteilige Kriegerdenkmal von Siegfried Möller eingeweiht. Nach der Enthüllung rief die Gestaltung jedoch ein stark geteiltes Echo hervor, denn der Künstler stellte keine strahlenden Helden dar, sondern zwei expressionistisch verzerrte, leidende Soldaten. Sie liegen nackt und wehrlos auf ihren Sockeln, die Helme neben sich, das Schwert kraftlos niedergesunken. Auch die Gesichter drücken keine Zuversicht aus. Der Bildhauer litt selbst stark unter dem Dienst an der Front und desertierte, woraufhin er zunächst zum Tode verurteilt, nach der Begnadigung aber zum Strafgefangenendienst geschickt wurde.

Text: jp

Person

Siegfried Möller
Siegfried Möller wurde am 1. Februar 1896 als Sohn des Malers und Illustrators Adolf Möller in Altona geboren. 1911-15 lernte er an der Altonaer Handwerker- und Kunstgewerbeschule bei dem Bildhauer August Henneberger. Dann wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. 1918 desertierte er, wurde daraufhin zum Tode verurteilt und später begnadigt. Nach dem Krieg setzte er 1919/20 die Ausbildung fort. Anschließend arbeitete er in seiner eigenen Werkstatt als Bildhauer. Zwischen 1923 und 1935 richtete er fünf kunstkeramische Werkstätten in keramischen Fabriken ein und war daneben für andere kunstkeramische Werkstätten tätig. von 1936 bis 1969 erstellte er Entwürfe für die Fürstenberger Porzellan Manufaktur. 1936 wurde er Lehrer an der Nordischen Kunsthochschule Bremen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er für die Keramik Manufaktur Kupfermühle tätig. 1947-54 leitete er die Keramikklasse der Landesschule für Handwerk und angewandte Kunst in Kiel, aus der später die Muthesius Kunsthochschule hervorging. Ab 1954 arbeitete er in eigener Werkstatt in Plön. Siegfried Möller starb am 13. September 1970 in Kiel.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: jp

Galerie

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