Ulrich Rückriem:
Großes Normandiestück

Ulrich Rückriem: Großes Normandiestück (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Ulrich Rückriem: Großes Normandiestück (1983, Granit)
Harburger Rathausplatz, 21073 Hamburg (Harburg)

Beschreibung

Auf der Rasenfläche des Harburger Rathausplatzes liegt das Große Normandiestück, das Ulrich Rückriem – damals in Hamburg Professor an der Hochschule für Bildende Künste – dem Bezirk Harburg schenkte. Der Granit stammt aus der Normandie und will an die Landung der Alliierten dort am 6. Juni 1944 erinnern, die die entscheidende Wende im Zweiten Weltkrieg herbeiführte. Dabei ist das Kunstwerk ungegenständlich und minimalistisch angelegt und lässt so einen großen Spielraum für eigene Gedanken und Interpretationen.

Ein großer Granitblock ist in vier fast rechteckige Teile geteilt, die mit größeren Zwischenräumen zueinander liegen. Anhand der Bruchkanten und der Oberflächen kann man die Zusammengehörigkeit gut nachvollziehen. Jedes einzelne der vier Teile ist wiederum individuell in kleinere Teile gebrochen, die jedoch dieses Mal eng wieder zusammengefügt sind. So sind die Spuren der Brüche und des Meißels klar sichtbar, aber die gemeinsame Form bleibt erhalten. Die Oberseiten werden durch die sichtbaren Bohrlöcher und Bruchkanten strukturiert, während die seitliche Ansicht nur wenige Arbeitsspuren erkennen lässt. Die Eigenheiten des Materials kommen ebenso zur Geltung wie die Eingriffe des Künstlers.

Künstler:in

Ulrich Rückriem wurde am 30. September 1938 in Düsseldorf geboren. Nachdem er von 1957 bis 1959 eine Steinmetzlehre in Düren absolvierte, arbeitete an der Dombauhütte in Köln und studierte an den Kölner Werkschulen bei Ludwig Gies. Gleichzeitig begann er seine Tätigkeit als freischaffender Künstler. 1966/1967 trat er mit Skulpturen aus Holzbalken hervor, ab 1968 gestaltet er Steinskulpturen: Typischerweise teilt Rückriem einen Steinblock von stark reduzierter kubischer Form und setzt die Teile anschließend wieder zusammen. Der mit vielen Preisen ausgezeichnete Künstler erhielt u.a. 1973 den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildende Kunst und 1984 den Deutschen Kritikerpreis für den Bereich Bildende Kunst. 1963–1971 arbeitete er im Schloss Nörvenich, das seit 1980 das Museum Europäische Kunst beherbergt. 1974 wurde er Professor an der Hochschule für bildende Künste Hamburg, 1984 an der Kunstakademie Düsseldorf und 1988 an der Städelschule in Frankfurt am Main. Rückriems Arbeiten konnte man in einer Vielzahl von Einzel- und ab 1966 auch in Gruppenausstellungen sehen. Seine Arbeiten sind in internationalen Sammlungen und Museen vertreten. 1972, 1987 und 1992 nahm er an der documenta, 1978 an der Biennale in Venedig teil. 1994 wurden in Rommerskirchen-Sinsteden im Kreis Neuss die Skulpturen-Hallen Ulrich Rückriem eröffnet, in der mehr als 100 seiner Skulpturen zu sehen sind. Ulrich Rückriem lebt in London oder Köln.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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