Jan Koblasa:
Vier weise Affen

Jan Koblasa: Vier weise Affen, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Jan Koblasa: Vier weise Affen (1976, Stahl, lackiert)
Karl-Jaques-Halle, Schleser Weg, 24232 Dobersdorf/Tökendorf

Beschreibung

Das sehr grafische, abstrakte Relief in den Farben Rot, Blau und Weiß greift das bekannte japanische Sinnbild der drei weisen Affen und deren Umgang mit den Versuchungen des Bösen auf: nichts Böses sehen, nichts Böses hören, nichts Böses sagen. Hierfür sind jeweils die Augen, Ohren bzw. der Mund als Kreise markiert. Zu den drei Affen gesellt sich ein vierter, der in manchen Darstellungen seinen Unterleib bedeckt und damit ausdrückt: nichts Böses tun. Jan Koblasa lebte und arbeitete zehn Jahre lang in Dobersdorf. In dieser Zeit entstand das Relief Vier weise Affen, das seitdem am Kindergarten hing. Nach der Restaurierung wurde es 2014 an der Sporthalle angebracht.

Künstler/in

Jan Koblasa wurde am 5. Oktober 1932 im tschechischen Tabor geboren. Er studierte 1952–1958 an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Nach dem Scheitern des „Prager Frühlings“ 1968 floh er über Mailand nach Norddeutschland. An der Muthesius Kunsthochschule Kiel begründete er 1969 die Bildhauerklasse, die er bis 1998 leitete. 1995 war er Gast der Deutschen Akademie Villa Massimo, Rom. 2002–2005 war er Professor für Bildhauerei an der Prager Akademie der Bildenden Künste. In seiner Zeit als Professor war er Lehrmeister einer heute weithin bekannten Riege von überregional bekannten Bildhauern. Bekannt wurden die Arbeiten des Malers, Grafikers und vor allem Bildhauers durch seine teils monumentalen, archetypischen und auf religiöse wie politisch kritisch anspielenden Themen, insbesondere mit Holz-/Metall- und Steinskulpturen. Seit 1958 war er an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland beteiligt und nahm an internationalen Symposien und Reisen teil. 1989 erhielt er den Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft. Viele seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Raum von Schleswig-Holstein sowie in privaten Sammlungen weltweit, darunter in mehr als 30 Museen und Sammlungen. Jan Koblasa starb am 3. Oktober 2017 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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