Jörg Plickat:
Klang der Stille

Jörg Plickat: Klang der Stille, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Klang der Stille (1996, Cortenstahl, Diabas)
Koppel der Künste, Birkenweg, 24794 Bredenbek

Beschreibung

Stilleben werden nach ästhetischen und inhaltlichen Gesichtspunkten aus unbewegten Elementen arrangiert. In Malerei und Fotografie ergeben sich dadurch Kunstwerke in immer neuen Varianten, die gekonnt mit der Wirkung von Licht und Schatten, mit Formen, Farben, Materialien und auch der inhaltlichen Gegenüberstellung spielen.

Der „Klang der Stille“ ist auch ein Stilleben, allerdings hat Jörg Plickat es nicht gemalt, sondern aus Cortenstahl geschweißt, mit kleinen Einschlüssen aus Diabas versehen und in die Natur gestellt. Die Gestaltungsprinzipien sind aber dieselben, die auch in der Malerei angewendet werden: Die Skulptur ist ein harmonisches Arrangement aus verschiedenen Körpern, die durch Überlagerungen ein spannungsreiches Spiel mit Formen, Flächen, Linien und dem Licht ergeben.

Durch die Aufstellung der Plastik im Skulpturenpark „Koppel der Künste“ kommt als zusätzliches Gestaltungselement noch die umgebende Natur hinzu. Während in der Malerei oder Fotografie die Stilleben in der Regel im begrenzten Raum des Ateliers angeordnet sind und die Hintergründe oft im Dunkel verschwimmen, bildet hier die lebendige und sich ständig wandelnde Landschaft einen besonderen Rahmen und wirkungsvollen Kontrast.

Auch die wechselnden Lichtverhältnisse sind ein fester Bestandteil der Wirkung, so dass je nach Tages- und Jahreszeit immer wieder neue Eindrücke entstehen. Das verwendete Material, rostroter und poröser Cortenstahl, reagiert besonders sensibel auf wechselndes Licht. Im Sonnenschein erstrahlt er im einem intensiv leuchtenden Farbton, während er im Schatten nur matt schimmert. Es lohnt sich also, dem Klang der Stille längere Zeit zu lauschen und die Veränderungen der Skulptur auf sich wirken zu lassen.

Text: jp

Person

Jörg Plickat
Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. 1976-80 studierte er Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seit 1980 ist er als freiberuflicher Bildhauer tätig. Nach anfänglich figürlichen Arbeiten wandte er sich rasch dem kubisch reduzierten Stil zu, der heute den größten Teil seines Werks kennzeichnet. Seine Arbeiten entstanden zunächst überwiegend in Holz und Stein, später meist in Bronze und Cortenstahl. Seit seiner ersten Ausstellung 1979 in Kiel war er an weit über 350 Ausstellungen weltweit beteiligt. Mehr als 100 seiner oft monumentalen Skulpturen sind im öffentlichen Raum auf vier Kontinenten und in vielen Kirchen in Norddeutschland zu finden. Seit 2013 besteht mit der „Koppel der Künste“ ein Skulpturenpark in seiner Heimatgemeinde Bredenbek. Seit 2011 hatte er verschiedene Gastprofessuren und Workshops an hochrangigen Universitäten, u.a. in Madrid und China. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2012 mit dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, 2015 mit Australiens höchsten Preis für Bildhauerei, dem Macquarie Group Sculpture Prize sowie 2017 dem Internationalen NordArt-Preis. Jörg Plickat lebt und arbeitet in Bredenbek bei Rendsburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

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