Jörg Plickat:
Raum und Zeit

Jörg Plickat: Raum und Zeit (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Raum und Zeit
(1996, Stahl, farbig lackiert, Iranischer Travertin, 28 m hoch)
Ehem. Unteroffizierheim, Lockstedter Weg 10, 25548 Kellinghusen

Beschreibung

Für das damalige Unteroffizierheim in Kellinghusen – heute als Restaurant genutzt – schuf Bildhauer Jörg Plickat eine 28 Meter hohe Sonnenuhr als Stahl und Stein. Wie auf einem Zifferblatt liegen zwölf grob behauene Blöcke aus iranischem Travertin im Halbrund auf der grünen Rasenfläche, begrenzt von einem blau lackierten Stahlblech. Von einem ebenfalls blau lackierten, schräg nach oben ragenden Stahlträger verläuft ein schmaler Zeiger nach unten. Dieser wirft je nach Sonnenstand einen Schatten auf die Steinblöcke und illustriert damit den Verlauf der Sonne und der Zeit. So wird die zeitliche Dimension in eine stark raumgreifende Installation überführt. Die verschiedenen Materialien und Oberflächen des technischen Werkstoffs und der naturbelassenen Steine mit stark poröser Oberfläche stehen im lebhaften Kontrast zueinander und bilden doch eine Einheit.

Die heutigen Restaurantbesucher können sich nun – vom Künstler nicht beabsichtigt – als Teil des Kunstwerks fühlen, was leider die Wahrnehmung und Wirkung der Kunst stark beeinträchtigt.

Text: jp

Person

Jörg Plickat
Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. 1976-80 studierte er Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seit 1980 ist er als freiberuflicher Bildhauer tätig. Nach anfänglich figürlichen Arbeiten wandte er sich rasch dem kubisch reduzierten Stil zu, der heute den größten Teil seines Werks kennzeichnet. Seine Arbeiten entstanden zunächst überwiegend in Holz und Stein, später meist in Bronze und Cortenstahl. Seit seiner ersten Ausstellung 1979 in Kiel war er an weit über 350 Ausstellungen weltweit beteiligt. Mehr als 100 seiner oft monumentalen Skulpturen sind im öffentlichen Raum auf vier Kontinenten und in vielen Kirchen in Norddeutschland zu finden. Seit 2013 besteht mit der „Koppel der Künste“ ein Skulpturenpark in seiner Heimatgemeinde Bredenbek. Seit 2011 hatte er verschiedene Gastprofessuren und Workshops an hochrangigen Universitäten, u.a. in Madrid und China. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2012 mit dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, 2015 mit Australiens höchsten Preis für Bildhauerei, dem Macquarie Group Sculpture Prize sowie 2017 dem Internationalen NordArt-Preis. Jörg Plickat lebt und arbeitet in Bredenbek bei Rendsburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

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