Emil Wachter:
Bildfenster St. Raphael

Emil Wachter: Glaskunstfenster Raphael und Tobias (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Emil Wachter: Bildfenster Raphael und Tobias
(1988, zwei Fenster, jeweils sechs Felder)
St. Raphael (rk), Hafenstraße 11, 25992 List (Sylt)

Beschreibung

Zwei Fenster zu beiden Seiten des Altars in der katholischen Kirche St. Raphael in List stellen die biblische, alttestamentarische Geschichte von Tobias und dem Erzengel Raphael dar (Buch Tobit). Am Ende seines Lebens ist der fromme Tobit erblindet und verarmt. Er bittet seinen Sohn Tobias, zu einem Verwandten zu fahren und dort einst hinterlegtes Geld abzuholen. Auf seiner Reise wird er von Raphael begleitet, einem Engel, den Gott in Menschengestalt sandte. Raphael gibt sich nicht als Engel zu erkennen, doch er führt und beschützt Tobias in verschiedenen Situationen. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein riesiger Fisch, der Tobias zu verschlingen droht, den er jedoch besiegen kann. Auf Raphaels Rat hin bewahrt er die Innereien des Fisches wie Galle, Leber und Herz auf. Sie erweisen sich später als hilfreich, um dunkle Mächte zu besiegen und die Frau seines Herzens zu erobern. Das Paar heiratet und kehrt anschließend mit dem hinterlegten Geld zurück zum Vater. Durch das Einreiben der Augen mit der aufbewahrten Fischgalle erhält der Vater sein Augenlicht zurück. Am Ende gibt sich Raphael als Engel des Herrn zu erkennen. Emil Wachter setzt die Geschichte lebhaft und lyrisch in verschiedenen szenischen Motiven und in leuchtenden Farben um.

Text: jp

Person

Emil Wachter
Emil Wachter wurde am 29. April 1921 in Neuburgweiler (Stadtteil von Rheinstetten im Kreis Karlsruhe) geboren. Nach Schul- und Wehrdienst studierte er 1941-1942 Theologie und Philosophie an der Albert-Ludwig-Universität, Freiburg im Breisgau und beendete nach dem Krieg das Studium 1946-1948. Anschließend nahm er ein Studium der Malerei und Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Karl Hubbuch, Carl Trummer und Erich Heckel auf. Ab 1952 arbeitete er als freischaffender Künstler, war 1958-1963 Leiter der Malklasse an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und wurde 1983 zum Professor honoris causa ernannt. Seine Mitgliedschaft im Zentralkomitee Deutscher Katholiken (1978-1985) sowie weltweite Reisen inspirierten seine sakral geprägten Glasfenster und Bildhauerarbeiten, Betonreliefs im öffentlichen Raum zusätzlich zu seinen umfangreichen Gemälden, Zeichnungen und Aquarellen mit weltlichen Motiven. In mehr als 150 Einzelausstellungen seit 1953 in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, USA und Israel konnte man seine Arbeiten sehen bzw. befinden sich diese in öffentlichen und privaten Sammlungen. Zahlreiche Kunstpreise, Ehrenbürgerschaften und Preise der Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz würdigten sein Gesamtwerk. Emil Wachter starb am 12. Januar 2012 in Karlsruhe.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: hws

Galerie

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