Ernst Günter Hansing:
Bleiglasfenster im Eivind-Berggrav-Zentrum

Ernst Günter Hansing: Bleiglasfenster im Eivind-Berggrav-Zentrum (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Ernst Günter Hansing: Bleiglasfenster im Eivind-Berggrav-Zentrum in Altenholz (Glas, 1968/1969).
Ev.-luth. Kirchengemeinde, Stifter Allee 2, 24161 Altenholz.

Beschreibung

Am 27. April 1969 wird in Altenholz-Stift das neue Kirchenzentrum nach den Plänen des Architekten Klaus Hertzsch eingeweiht. Die Kirche und das gesamte Zentrum sind als skulptural gedachte, asymmetrisch gestaltete Räume konzipiert, die den unverkleideten Beton wichtiges Stilmittel nutzen. Ausdrucksstarke Schrägen und kräftige Akzente bestimmten den Raum und finden sich auch in den Fenstergestaltungen von Ernst Günter Hansing wieder. Ein kleines, horizontales Fensterband unter der Orgelempore ist in kräftigen Blau-, Rot- und Gelbtönen gestaltet. Rechts davon erstreckt sich ein weiteres Fenster vertikal über die ganze Raumhöhe.

Die umfangreichste Gestaltung erstreckt sich im Eingangsbereich vom Vorraum um die Ecke bis in den Kirchenraum hinein. So werden die Besucher der Kirche in den Raum gelenkt. Auch hier dominieren blau, rot und gelb, allerdings unterbrochen von transparent-hellen Bereichen. Alle drei Fensterflächen sind ungegenständlich ausgeführt und stellen die kraftvolle Dynamik der Farbflächen in den Mittelpunkt. Von Ernst Günter Hansing stammt ebenfalls das kleine Altarkreuz, während das große Altarrelief von Hanswaldemar Drews gestaltet ist.

Künstler/in

Ernst Günter Hansing wurde am 15. Juni 1929 in Kiel geboren. Zunächst lernte er den Beruf des Goldschmieds. 1952–1953 erhielt er ein Stipendium an der Pariser École des Beaux Arts, lernte aber an einer Privatschule beim Maler Fernand Léger. Bekannt machten ihn vor allem Porträts berühmter Persönlichkeiten. Neben einem umfangreichen Werk an Gemälden, Zeichnungen und Grafiken schuf er zahlreiche Stahl- und Edelstahlplastiken, Keramikreliefs sowie Glasfenstergestaltungen. 1954–1955 studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin Techniken und Wandmalerei bei Hans Kuhn sowie Kunstgeschichte bei Will Grohmann. Ab 1956 war er mit einem Atelier in Groß-Quern (Schleswig-Holstein) vertreten, zog dann aber 1962 damit nach Paris um. 1976 erhielt er den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein. Ernst Günter Hansing starb am 31. Januar 2011 in Bad Honnef.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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