Ingeborg Bukor:
Menschengruppe mit Regenschirmen

Ingeborg Bukor: Menschengruppe mit Regenschirmen (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Ingeborg Bukor: Menschengruppe mit Regenschirmen (Türgriffe aus Bronze, 1976)
St. Marienkirche, Eingangsportal zur Briefkapelle, Marienkirchhof 1, 23552 Lübeck

Beschreibung

Im Norden, wo es der Legende nach immer regnet, sind Menschen mit Regenschirmen ein vertrautes Bild. Die beiden Türgriffe am Eingangsportal zur Briefkapelle der Lübecker St. Marienkirche nehmen dieses Motiv auf und zeigen zwei Gruppen von Menschen, dicht gedrängt unter einem Dach von Regenschirmen. Durch die enge Gruppierung der Menschen wie auch der Schirme scheinen die Figuren fast miteinander zu verwachsen. Und doch ist in der Arbeit von Ingeborg Bukor eine individuelle Gestaltung der einzelnen Figuren zu sehen, die zur genauen Beobachtung einlädt. Gemeinschaft und Einzelperson sind hier gleichermaßen bedeutsam.

Durch die Montage der beiden kleinen Bronzeplastiken am Kirchenportal drängt sich noch eine weitergehende Bedeutung auf. Denn so wie die Menschen Schutz unter den Schirmen suchen, suchen sie auch Halt und Geborgenheit im Glauben und in der Gemeinschaft und sehen die Kirche als Zufluchtsort – nicht nur bei Regen.

Künstler/in

Ingeborg Bukor wurde am 10. Januar 1926 in Wien geboren. Ihre Schulzeit verbrachte sie großenteils in Frankfurt a. M. und nahm nach dem Krieg die Möglichkeit wahr, in der Bildhauerwerkstatt ihres Vaters zu arbeiten. 1948 begann sie das Studium der Freien und angewandten Plastik bei Wamper und Schutzbach an der Folkwang-Werkkunstschule in der alten Abtei in Essen-Werden. Ihre erste große Steinfigur entstand 1961, weitere Aufträge im Rahmen von „Kunst am Bau" folgten in den Jahren danach. 1972 zog sie nach Lübeck. Als Mitglied des Berufsverbandes der Bildenden Künstler Ruhr und der Düsseldorfer Künstlerinnen beteiligte sie sich an den jeweiligen Gruppenausstellungen und hatte 1980 ihre erste Einzelausstellung. Ihr bevorzugtes Arbeitsmaterial war der Modellierbeton, den sie bewusst aus Kosten- aber auch aus Zeitgründen der schnellen Härtung gegenüber anderen Materialien bevorzugte, gleichzeitig aber auch ihre Spontanität und schnelle sichere Fertigkeiten bei den figürlichen Skulpturen herausforderte. 1972 zog die Künstlerin nach Lübeck, wo sie bis zu ihrem Tod 1986 in Ateliergemeinschaft mit einer Restauratorin arbeitete. Ingeborg Bukor starb 19. Januar 1986 in Lübeck.

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Galerie

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