Jörg Plickat:
Los Cuatro Vientos

Jörg Plickat: Los Cuatro Vientos (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Jörg Plickat: Los Cuatro Vientos – Die vier Winde
(2009, Carrara Marmor, H 360 L 270 B 135, aufgestellt 2020, entfernt 2021)
Campus der FH Kiel, Sokratesplatz, 24149 Kiel

Beschreibung

Die leuchtend weiße Marmorskulptur am Rand des Sokratesplatzes beruht auf mathematischen und architektonischen Ordnungsprinzipien. Die Grundlage bildet ein stehender Zylinder. Diesen hat Jörg Plickat gedanklich zerlegt und die Teile dann gedreht oder verschoben wieder neu zusammengeführt. Auch die Plinthe greift die Formensprache der Mathematik auf: Aus den flachen Kreisbogensegmeten und Kuben wächst die Stele in die Höhe. Diese Aufteilung in verschiedene Richtungen findet sich im Titel – die vier Winde – wieder. Die entstandene, reich strukturierte Form weckt mit ein wenig Fantasie auch Erinnerungen an ein eng umschlungenes Paar

Die Skulptur ist ein Teil des Projektes LINE – VOLUME – SPACE an der Fachhochschule Kiel. Neun Stationen eines Skulpturenpfades auf dem Campus nehmen unmittelbar Bezug zur historischen und räumlichen Situation im Stadtteil. Wo heute studentisches Leben und Lernen stattfindet, war einst ein wichtiger Standort der Werftindustrie – mit allen positiven und negativen Folgen. Blüte und Zerstörung des Stadtteils Dietrichsdorf wie auch der Stadt Kiel waren eng mit diesem Industriezweig und seinem wichtigsten Material, dem Stahl, verbunden. Die Skulpturen von Jörg Plickat bestehen aus Cortenstahl, aber auch aus Bronze und Marmor, und spiegeln damit die vielfältigen Facetten des Lebens vor Ort. Die Stationen verbinden die Orte vom Mittelpunkt des Campus am Sokratesplatz bis hin zum Ufer der Schwentine.

Zur Ausstellung: LINE – VOLUME – SPACE

Text: jp

Person

Jörg Plickat
Jörg Plickat wurde 1954 in Hamburg geboren. 1976-80 studierte er Bildhauerei an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Jan Koblasa, Georg Weiland und Manfred Sihle-Wissel. Seit 1980 ist er als freiberuflicher Bildhauer tätig. Nach anfänglich figürlichen Arbeiten wandte er sich rasch dem kubisch reduzierten Stil zu, der heute den größten Teil seines Werks kennzeichnet. Seine Arbeiten entstanden zunächst überwiegend in Holz und Stein, später meist in Bronze und Cortenstahl. Seit seiner ersten Ausstellung 1979 in Kiel war er an weit über 350 Ausstellungen weltweit beteiligt. Mehr als 100 seiner oft monumentalen Skulpturen sind im öffentlichen Raum auf vier Kontinenten und in vielen Kirchen in Norddeutschland zu finden. Seit 2013 besteht mit der „Koppel der Künste“ ein Skulpturenpark in seiner Heimatgemeinde Bredenbek. Seit 2011 hatte er verschiedene Gastprofessuren und Workshops an hochrangigen Universitäten, u.a. in Madrid und China. Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. 2012 mit dem Kunstpreis der Schleswig-Holsteinischen Wirtschaft, 2015 mit Australiens höchsten Preis für Bildhauerei, dem Macquarie Group Sculpture Prize sowie 2017 dem Internationalen NordArt-Preis. Jörg Plickat lebt und arbeitet in Bredenbek bei Rendsburg.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

Galerie

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