Karl Geiser:
Mädchengruppe

Karl Geiser: Mädchengruppe (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Karl Geiser: Mädchengruppe
(1926–38, Bronze, Nachguss von 1965)
Peter-Rehder-Park, 23568 Lübeck

Beschreibung

Auf einem Sockel am Rand der Grünanlage des Lübecker Peter-Rehder-Parks präsentiert sich eine bronzene Figurengruppe des Schweizer Bildhauers und Fotografen Karl Geiser, bestehend aus zwei jungen Frauen und einem jungen Mann. Im Mittelpunkt stehen die nackten, idealisiert und leicht geglättet dargestellten Körper und deren Ordnung im Raum. Die mittig aufrecht stehende Frau wird zu beiden Seiten eingerahmt von ihren Begleitern, dem liegenden Mann, der sich auf den Arm stützt, und der sitzenden zweiten Frau. Durch die Körperhaltungen der drei Personen entsteht ein harmonisches Gefüge, das die Formen zu einem gemeinsamen Ensemble verbindet. Die ganze Figur ist durch räumliche Diagonalen bestimmt und zeigt einen klaren, zur Mitte hin ansteigenden Aufbau. Der formale Aufbau unterstreicht die emotionale Wirkung: Die Gruppe zeigt ein unbeschwertes, heiteres Lebensgefühl, als sei dies eine sommerliche Szene am Strand oder im Park.

Die Idee zur Plastik entwickelt der Künstler in den 1920er Jahren. 1937 wird sie vor dem Schweizer Pavillon der Pariser Weltausstellung präsentiert und anschließend am Berner Kirchenfeld-Gymnasium aufgestellt. Die Plastik in Lübeck ist ein späterer Nachguss auf Initiative des Lübecker Mäzens Rudolf Groth, die ursprünglich für den Kohlmarkt vorgesehen ist, aber als Kopie für diesen Standort nicht als würdig empfunden wird und daher nördlich der Altstadt seinen Platz findet. Der Name Mädchengruppe ist ein wenig irreführend, grenzt die Plastik aber von der ebenfalls in Bern aufgestellten Knabengruppe desselben Künstlers ab. Während bei der Mädchengruppe noch der sinnliche und gefühlvolle Eindruck im Vordergrund steht, wendet sich Karl Geiser später stärker einer sachlich-dokumentarischen Darstellung zu.

Künstler/in

Karl Geiser wurde 1898 in Bern/Schweiz geboren. Nach seiner Matura 1917 in Bern und der Rekrutenschule in Thun bezog er 1918 in Bern sein erstes Atelier. Es folgten zahlreiche Auslandsaufenthalte. Von den modernen Kunstströmungen seiner Zeit grenzte er sich bewusst ab, da er in der klassischen Kunst sein Ideal am besten verwirklicht sah. Für ihn, der sich auch dem Sozialismus verbunden fühlte, stand das idealisierte Menschenbild im Mittelpunkt. Bis zu seinem Freitod 1957 arbeitete er als Bildhauer, Zeichner, Radierer und Fotograf in wechselnden Ateliers.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

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Galerie

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