Otto Flath:
Figurengruppen in St. Jakobi

Otto Flath: Figurengruppen in St. Jakobi (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2023)

Daten zum Werk

Otto Flath: Figurengruppen in St. Jakobi (1937, Ulmenholz)
Vicelinkirche St. Jakobi, Am Alten Markt 14, 24619 Bornhöved

Routenplaner: 54.07006, 10.22848


Beschreibung

In der Kirche St. Jakobi in Bornhöved befinden sich diverse figürliche Arbeiten von Otto Flath. Unter der Empore steht als Mahnmal für die Toten des Zweiten Weltkriegs eine Darstellung des sitzenden und segnenden Christus, vor dem zu beiden Seiten zwei trauernde Figuren knien, die sich an ihn lehnen.

Der frühere Altar besteht aus sechs stelenartigen Figurengruppen, die urspünglich eng beisammen um das Kreuz standen und nun vereinzelt mit Abständen an der Altarwand aufgestellt wurden. Während die niedrigeren äußeren Stämme aus wenigen Figuren bestehen, zeigen die beiden mittleren und höchsten reich gegliederte Gruppen von Menschen.

Am Aufgang zur Empore stehen zwei Einzelfiguren in klarer und konzentrierter Haltung, in lange Gewänder gehüllt.

Person

Otto Flath
Otto Flath wurde am 9. Mai 1906 in Staritzke bei Kiew geboren. 1917 wurde die deutschstämmige Familie aus Russland ausgewiesen und siedelte sich 1919 in Melsdorf bei Kiel an. Nach der Schule absolvierte Otto Flath ab 1922 eine Schnitzerlehre bei Karl Schneider in Kiel und bildete sich 1925 zum Bildhauergesellen fort. 1928 erhielt er ein Stipendium in der Holzbildhauerklasse der Kunst- und Gewerbeschule Kiel. 1932 lernte er das Künstlerehepar Ellen und Willy Burmester kennen und gründete gemeinsam mit ihnen den Kieler Künstlerverein. Ab 1936 war er über 50 Jahre lang in Bad Segeberg als freischaffender Holzbildhauer und Maler tätig, nur unterbrochen durch die Zeit des Zweiten Weltkriegs. Sein Werk umfasst mehr als 3.500 Holzarbeiten (darunter große 50 Altäre) und rund 20.000 Aquarelle und Zeichnungen und ist vielfach religiös geprägt. Arbeiten finden sich in Deutschland, aber auch in skandinavischen Ländern, den USA, der Schweiz und Lettland. Zu den wichtigen Auszeichnungen gehören die Ehrenbürgerschaft der Stadt Bad Segeberg 1971 und das Bundesverdienstkreuz 1981. Otto Flath starb am 10. Mai 1987 in Bad Segeberg. Sein ehemaliges Atelierhaus wird als Kunsthalle Otto Flath für Ausstellungen genutzt.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Literatur:
Gerda Prehn (Hg.): Otto Flath – Frühe Werke, J.F. Steinkopf Verlag, Kiel 2010
Gerda Orthmann: Otto Flath – Leben und Werk, Selbstverlag Hamburg 1988
Otto Flath – Ein norddeutscher Holzbildhauer, 6. Auflage 1977
Friedrich Laubscher: Gestaltgewordenes Erleben – Der Holzbildhauer Otto Flath, Verlag Junge Gemeinde Stuttgart, 1975

Galerie

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