Per Kirkeby:
Kieler Backsteinskulptur

Per Kirkeby; Ziegelsteinplastik, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Per Kirkeby: Kieler Backsteinskulptur (Gemauerte Ziegel, 1986, Höhe ca. 0,9 m, Grundfläche ca. 5,2 x 5,2 m)
Skulpturengarten der Kunsthalle, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Beschreibung

Architektur vereint Handwerk und Ästhetik miteinander und verfolgt das Ziel, die gebaute Umwelt nicht allein nach den Regeln der Funktionalität zu gestalten, sondern stets auch die Schönheit der Form zu beachten. Die Baukunst gilt daher als „Mutter aller Künste“ und hat im Laufe der Jahrtausende ein umfangreiches Stilrepertoire hervorgebracht. Zeitgleich mit der Einweihung des Erweiterungsbaus der Kunsthalle 1986 errichtet der dänische Künstler Per Kirkeby unter hohen Bäumen im Skulpturengarten eine Skulptur aus Backsteinen, die den geometrischen Grundformen Quadrat, Kreissegment und Kreuz folgt. Sie greift das Material und die Formensprache der traditionellen regionalen Backsteinarchitektur auf, ohne ihre Funktionalität zu übernehmen. Die Kieler Backsteinskulptur dient allein der Wirkung im Raum und der Begegnung mit der Baukunst. Die leicht strukturierte, flache Sockelplatte und die vier in Kreuzform entsprechend der Himmelsrichtungen spannungsvoll aufgespannten Bögen erinnern an historische Gewölbe, wie sie in alten Klöstern und Kirchen zu finden sind. Die Skulptur fügt sich mit ihrer klaren Gestaltung und den dezenten Details in die umgebende Parklandschaft ein und vermeidet jede Form der Monumentalität. 

Künstler/in

Per Kirkeby wurde am 1. September 1938 in Kopenhagen geboren. Nach einem Studium der Geologie in Kopenhagen1957–1964 wurde er Mitglied der avantgardistischen Künstlergruppe „Den Eksperimenterende Kunstskole“. Der später vor allem als Maler, Architekt, Dichter oder Bildhauer bekannte Künstler ließ sich vom Happening in der 1968-Szene inspirieren, drehte seinen ersten Kurzfilm (dem 23 weitere folgten), um sich nach einer Phase der informellen Malerei mit der Popart und der Bildhauerei auseinanderzusetzen. Standen ab 1973 dabei großformatige Backsteinbauten im öffentlichen Raum im Vordergrund, erweiterte sich sein künstlerisches Spektrum ab den 1980er Jahren um Skulpturen, mit denen er zusätzlich zur Malerei mit Ausstellungen in Dänemark als auch in Deutschland vertreten war. 1978–2000 hatte er Professuren in der Staatlichen Akademie Karlsruhe und an der Städelschule Frankfurt, war Teilnehmer der documenta VII (1982) und IX (1992) in Kassel sowie mehrfach der Biennale in Venedig. Er lebte und arbeitete in Kopenhagen, Frankfurt a.M., auf der Insel Laesö und im italienischen Arnasco. Am 9. Mai 2018 starb Per Kirkeby in Kopenhagen.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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