Pierre Schumann:
Großer Vogelschwarm

Pierre Schumann: Großer Vogelschwarm, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2017)

Daten zum Werk

Pierre Schumann: Großer Vogelschwarm (1978, Carrara-Marmor)
Tannenfelde Bildungs- und Tagungszentrum, Itzehoer Straße, 24613 Aukrug

Beschreibung

Das wilde Spiel durcheinander fliegender Möwen hat Bildhauer Pierre Schumann immer wieder zu neuen Skulpturen inspiriert. Dabei wählte er als Material besonders gern den edlen weißen Carrara-Marmor, der mit seinem Farbspiel sogar Ähnlichkeit zum weiß-grauen Federkleid der Vögel aufweist. Für das menschliche Auge ist es schwer, in den schnellen Bewegungen der Vögel die exakten Umrisse zu erkennen. Genau dies nahm sich der Künstler zum Vorbild und formte in seinen Skulpturen keine Abbilder einzelner Vögel, sondern stattdessen flirrende Eindrücke, in denen die Konturen und Formen verwischen. Auch im Großen Vogelschwarm, den er für das Bildungszentrum Aukrug-Tannenfelde schuf, zerfließen die Formen, so dass sich nicht einmal die genaue Anzahl der Tiere mit Bestimmtheit ermitteln lässt. Die abstrakte Darstellung hebt die besonderen Merkmale der Gruppe und der Bewegung hervor und vernachlässigt das figürliche Abbild.

Künstler:in

Pierre Schumann wurde 1917 als Hans-Adolf Peter Schumann in Heide/Dithmarschen geboren. Er lernte den Beruf des Steinmetzes und studierte ab 1947 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Edwin Scharff und ab 1950 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Otto Baum. Studienreisen führten ihn u.a. nach Paris, Antwerpen, Montreal und nach Italien, wo er Kontakte zu anderen berühmten Künstlern hatte. 1952 stellte er gemeinsam mit Picasso und Soulages aus. Es folgten über 200 Ausstellungen u.a. in Paris, Sao Paulo, Montreal, Skandinavien, Irland, Gent, Mailand, Venedig und Carrara. 1967 erhielt seine Madonna Nera den 1. Preis der Internationalen Biennale von Carrara. Seine Arbeiten finden sich in Sammlungen in Europa und den USA. Er war ein Bildhauer der Moderne. Sein bevorzugtes Arbeitsmaterial war Marmor, wobei viele Arbeiten auch in Bronze umgesetzt wurden. Sein wesentliches Schaffensprinzip waren die Reduktion und das Gleichgewicht zwischen Masse und Leere sowie das Wechselspiel zwischen der Energie des Materials und der gestalterischen Kraft des Bildhauers. 2007 erhielt er den Norddeutschen Kulturpreis. Pierre Schumann starb 2011 in Eutin.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Galerie

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