Pierre Schumann: Möwen, Wind und Welle

Pierre Schumann – Möwen, Wind und Welle, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2016)

Daten zum Werk

Pierre Schumann: Möwen, Wind und Welle (Marmor, 1988).
Herrenhaus Hoyerswort, Kotzenbüller Chaussee, 25870 Oldenswort.

Beschreibung

Zwei stilisierte Möwen fliegen über einer schäumenden Welle im Wind – eine einfache Idee führte Bildhauer Pierre Schumann in einer spannungsreichen Skulptur aus. Der freie und wilde Flug der Möwen inspirierte ihn während seiner gesamten Schaffenszeit zu immer neuen Arbeiten. Diese Vögel waren für ihn ein besonderes Merkmal seiner norddeutschen Heimat.

Aber auch und vor allem die reine Form interessierte ihn: Die Möwen fliegen nicht, wie viele andere Vögel, in geordneter Formation, sondern wild durcheinander. Und so zeigen auch seine Vogelgruppen stets eine große Dynamik. In der Arbeit „Möwen, Wind und Wellen“, die er zwischen 1970 und 1995 in verschiedenen Variationen anfertigte, kommt noch die Dynamik der schäumenden Welle hinzu.

Der weiße Carraramarmor, den der Bildhauer aus Norditalien holte, unterstreicht die Szene, da es die Farbe sowohl der Möwen als auch der schäumenden Welle ist. Aus einem aufrecht stehenden Steinblock fertigte er die Skulptur, die sehr stark die Vertikale betont: unten die Welle, darüber nach oben steigend zwei Möwen, die in unterschiedliche Richtungen streben.

Künstler

Pierre Schumann wurde 1917 als Hans-Adolf Peter Schumann in Heide/Dithmarschen geboren. Er lernte den Beruf des Steinmetzes und studierte ab 1947 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Edwin Scharff und ab 1950 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei Otto Baum. 1967 erhielt seine Madonna Nera den 1. Preis der Internationalen Biennale von Carrara. Er galt als einer der bedeutendsten Künstler des Landes und war ein international geschätzter Bildhauer der Klassischen Moderne. Sein bevorzugtes Arbeitsmaterial war Marmor, wobei viele Arbeiten auch in Bronze umgesetzt wurden. Sein wesentliches Schaffensprinzip waren die Reduktion und das Gleichgewicht zwischen Masse und Leere. 2007 erhielt er den Norddeutschen Kulturpreis. Pierre Schumann starb 2011 in Eutin.

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)