Ute-Friederike Jürß:
Vor den Augen aller

Ute-Friederike Jürß: Vor den Augen aller (Foto: U. F. Jürß)

Daten zum Werk

Ute-Friederike Jürß: Vor den Augen aller (2013, Stoff, bedruckt)
Bahnhofsvorplatz, Am Bahnhof, 23558 Lübeck

Beschreibung

Das Mahnmal Vor den Augen aller von Ute-Friederike Jürß neben dem Eingangsportal des Lübecker Hauptbahnhofs besteht aus drei Fahnenmasten mit wechselnden Gedenkfahnen. Die Fahnen werden alljährlich an festen Gedenktagen für die Opfer des Nationalsozialismus ausgetauscht: 27. Januar 1945: Befreiung KZ Auschwitz; 26. Februar 1943, 2. April 1942 und 16. Juli 1942: Deportation nach Theresienstadt; 2. Mai 1945: Kriegsende in Lübeck; 16. Mai 1940: Deportation von Sinti und Roma von Lübeck nach Auschwitz; 16. September 1940: Deportation von Patienten der Heilanstalt Strecknitz und der Vorwerker Heime; 6. Dezember 1941: Deportation jüdischer Lübecker nach Riga. Die Fahnen nehmen Bezug auf die Ereignisse und zeigen unter anderem Auszüge aus den Abschiedsbriefen der Deportierten. Die Platzierung vor dem Hauptbahnhof als pulsierender Ort mitten im Geschehen der Stadt verweist auf die Gräueltaten, die ebenfalls vor den Augen der Bevölkerung geschahen.

Text: jp

Person

Ute-Friederike Jürß
Ute-Friederike Jürß wurde 1962 in Wiesbaden geboren. 1985–90 studierte sie an der Akademie für Bildende Künste in München bei Daniel Spoerri. 1992–93 lehrte sie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Sie ist im Bereich der Installationen und der Erinnerungskultur tätig. Sie hatte zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland. Ute-Friederike Jürß lebte eine Zeitlang in New York und seither in Lübeck.

Text: jp

Galerie

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