Adolf Brütt:
Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm I.

Adolf Brütt: Kaiser Wilhelm I., (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

Adolf Brütt: Reiterstandbild des Kaisers Wilhelm I. (Bronze, Granitsockel, 1896, Höhe ca. 3,5 m, mit Sockel ca. 7,0 m) 
Schlossgarten, 24103 Kiel

Beschreibung

Mit der Reichsgründung 1871 wird der preußische König Wilhelm I. (1797–1888) zum deutschen Kaiser ernannt. Seine Regentschaft ist von eiserner Pflichterfüllung in einem florierenden Reich geprägt. Als er 90-jährig stirbt, hat er im ganzen Reich eine hohe Popularität erreicht, auch in Schleswig-Holstein, das ursprünglich der preußischen Vorherrschaft sehr kritisch gegenübersteht. Überall im Land werden zu seinen Ehren Denkmäler errichtet. In Kiel erhält nach einem Wettbewerb der Bildhauer Adolf Brütt den Auftrag, der ein prächtiges Reiterstandbild mit reichen Verzierungen erstellt. Auf einem hohen Sockel steht überlebensgroß der berittene Monarch. Die Verzierungen am Sockel demonstrieren regionale Verbundenheit: Ein Bronzerelief zeigt die Grundsteinlegung 1887 für den heutigen Nord-Ostsee-Kanal, ein zweites erinnert an die schleswig-holsteinische Erhebung 1849 gegen Dänemark. Zwei bronzene Figuren an der Vorderseite verkörpern als Fischerin und als Bäuerin die Landesteile Schleswig und Holstein, während eine dritte Figur die Marine symbolisiert. Die drei Bronzefiguren werden im Krieg eingeschmolzen, um Waffen herzustellen, das Standbild selbst übersteht den Krieg schwer beschädigt. Anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1972 wird das Denkmal aufwändig restauriert, allerdings ohne Wiederherstellung der drei Bronzefiguren. 

Künstler/in

Adolf Carl Johannes Brütt wurde am 10. Mai 1855 in Husum geboren. Nach einer Steinbildhauerlehre in Kiel studierte er drei Jahre an der Berliner Kunstakademie und war Meisterschüler des Bildhauers Leopold Rau. International berühmt wurde er durch seine Schwerttänzerin von 1891–1893, für die er auf der Weltausstellung 1900 in Paris die Goldmedaille erhielt. Die Schwerttänzerin wurde die Leitfigur der Münchener Sezession, deren Gründungsmitglied Adolf Brütt war. Er war Professor und Senator der Preußischen Akademie der Künste. Er gilt als einer der Hauptvertreter des norddeutschen Realismus. Adolf Brütt starb am 6. November 1939 in Bad Berka/Thüringen. Sein Nachlass wird vom Nordsee Museum Nissenhaus in Husum verwaltet.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Ähnliche Kunstwerke

Galerie

(Bilder anklicken für Großansicht)