Anne-Marie Vogler:
Spielende Kinder

Anne-Marie Vogler: Spielende Kinder (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2021)

Daten zum Werk

Anne-Marie Vogler: Spielende Kinder
(1956, Thüster Kalkstein, H 95 cm, B bis 110 cm, T 20 cm)
Grundschule, Döhrnstraße 42, 22529 Hamburg (Lokstedt)

Beschreibung

An der Grundschule Döhrnstraße steht auf einem gemauerten Sockel das plastische Kalksteinrelief Spielende Kinder von Anne-Marie Vogler. Das Relief zeigt zwei Kinder, die sich an den Händen fassen und gemeinsam im Kreis drehen. Es ist unregelmäßig geformt und folgt in den Außenkonturen den Umrissen der Figuren. Feine Linien und tiefe Einschnitte wechseln sich ab, Flächen und Linien überlagern sich. Das Gewirr der Linien spiegelt die muntere Situation des Motivs und lädt zum Innehalten und erkundenden Betrachten ein.

Text: jp

Person

Anne-Marie Vogler
Anne-Marie Vogler wurde am 7. Juni 1892 in Altona geboren. Sie war Bildhauerin und Grafikerin. 1918–1919 besuchte sie die Klasse des Graphikers und Bildhauers Carl Otto Czeschka an der Kunstgewerbeschule (heute Hochschule für bildende Künste) Hamburg. Anfänglich an selbstentworfenen kleinformatigen Figuren erprobt, baute sie ihre zusätzlichen Erfahrungen später mit Materialien wie Elfenbein in Motiven wie Tieren und kunsthandwerklichen Arbeiten aus. Schließlich nahm sie 1922–1925 Unterricht bei dem Holzbildhauer August Henneberger an der Handwerker- und Kunstgewerbeschule in Altona. 1925/26 ging sie nach München und wurde Schülerin von Karl Killer an der Gewerbeschule in der Luisenstraße. Hier sah sie u.a. eine Möglichkeit die Themen Architektur und Plastik als Ausdrucksmittel für freistehende Plastiken einzusetzen. 1929 ging sie nach Berlin, war Schülerin von Georg Kolbe und arbeitete in einem eigenen Atelier. Dabei standen Akte thematisch im Vordergrund, in der Absicht Natur in eine andere künstlerische Form zu verwandeln. Ursprünglich ausschließlich in Holz und Ton, wurden die späteren Arbeiten nach dem Krieg in Bronze gegossen. Die Köpfe von Marie Wimmer und Bruno Snell standen bis zuletzt in ihrer Wohnung in den Grindelhochhäusern, wo sie seit 1954 wohnte. Als Gegnerin des NS Regimes gehörte sie der Widerstandsgruppe um den Buchhändler Felix Jud an. Nach 1933 richtete sie sich ein eigenes Atelier im Mittelweg ein und versammelte einen Kreis geistig- und kunstinteressierter Menschen um sich. Anne-Marie Vogler starb am 30. Mai 1983 in Hamburg.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: hws

Galerie

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