August Gaul:
Wisente

August Gaul: Wisente, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen)

Daten zum Werk

August Gaul: Wisente (1910–1913, Muschelkalk)
Kunsthalle zu Kiel, Düsternbrooker Weg 1, 24105 Kiel

Beschreibung

Bei ihrer Aufstellung kurz vor dem Beginn des Ersten Weltkriegs lagen die beiden friedlichen Wisente – die damals akut vom Aussterben bedroht waren – noch vor dem barocken Eingangsportal der Kunsthalle zu Kiel. Der Eingangsbereich wurde seitdem mehrfach umgestaltet und bietet heute statt der barocken eine formal strenge und geometrische Umgebung für die Tiere. Damit bilden die riesigen Tiere nun einen starken Kontrast sowohl zur Kultur im Gebäude, als auch zur Architektur des Gebäudes selbst und verweisen auf Zeiten ohne städtischen Trubel und imposante Bauten.

Text: jp

Person

August Gaul
August Gaul wurde am 22. Oktober 1869 in Großauheim bei Hanau geboren. Er absolvierte eine Lehre als Modelleur und Ziseleur in einer Silberwarenfabrik und wurde 1884 Schüler an der königlich preußischen Zeichenakademie Hanau. Ab 1888 lernte er in Berlin beim Bildhauer Alexander Calandrelli und an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums. Im dortigen Zoologischen Garten betrieb er intensive Zeichenstudien. Ab 1894 studierte er an der Berliner Kunstakademie in der Klasse des Malers Paul Meyerheim. 1895 wurder er Meisterschüler von Reinhold Begas. 1897/98 ermöglichte ihm ein Preis der Akademie einen Studienaufenthalt in Italien. Auf der Pariser Weltausstellung 1900 war er mit einer Skulptur der zwei Römischen Ziegen vertreten. 1898 war er Gründungsmitglied der Berliner Secession, seit 1902 in deren Vorstand. 1908 wurde er zum Professor an der Kunstakademie ernannt. Zunächst war er stilistisch im Historismus und Neobarock tätig, nach seinem Aufenthalt in Italien wurden seine Formen ruhiger und klarer und stärker auf das Wesentliche konzentriert. Er genoss einen Ruf als ausgezeichneter Tierplastiker. August Gaul starb am 18. Oktober 1921 in Berlin.

Weitere Informationen (extern):Wikipedia

Text: jp

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Galerie

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