Ekkehard Thieme:
Glasfenster

Ekkehard Thieme: Glasfenster (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2022)

Daten zum Werk

Ekkehard Thieme: Glasfenster (1968, Glas, Eisen, 975 x 75 cm)
Technisches Rathaus I, Foyer, Am Pferdewasser 14, 24937 Flensburg

Beschreibung

Für den Erweiterungsbau der damaligen Frauenfachschule in Flensburg (heute als technisches Rathaus genutzt) gestaltete der Grafiker Ekkehard Thieme in Zusammenarbeit mit der Werkstatt von Günter Kruse erstmals ein Glasfenster. Es erstreckt sich als schmaler Streifen über knapp zehn Meter entlang der gläsernen Außenwand des Foyers, unterbrochen im rechten Teil durch eine Tür. So gliedert sich die Bildfläche in zehn Felder auf der linken und drei Felder auf der rechten Seite. Der rechte Teil ist weitgehend farblos mit einer plastisch ausgeformten Linienzeichnung, während der linke Teil eine gedämpfte Farbigkeit in feiner Nuancierung zeigt. Auch hier ist das Geflecht der Linien sehr markant, welches sich an der Außen- wie Innenseite über die Glasflächen legt. Schemenhaft und mehr zu erahnen als zu erkennen sind ein hellgrüner Torso und eine fast schwarz wirkende Figurengruppe.

Text: jp

Person

Ekkehard Thieme
Ekkehard Thieme wurde 1936 in Berlin-Karlshorst geboren. Er studierte von 1956 bis 1962 an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg bei Alfred Mahlau und Georg Gresko (1920-1962). 1963 bekam er den Rom-Preis Villa Massimo und 1964 den Kunstpreis der Böttcherstraße Bremen. Ein Jahr später erhielt er dann den Förderpreis des Kulturkreises im Bundesverband der Deutschen Industrie. Der Maler, Glasbildgestalter, Zeichner, Radierer und Bildhauer, der nach dem Krieg seine Zeit in Husum und Flensburg verlebte, wurde durch seine skizzenhaften, sich auf wesentliche Elemente konzentrierende Arbeiten bekannt. 1974 hatte er einen Gastaufenthalt in der Villa Massimo in Rom, erhielt 1976 den Kulturpreis der Stadt Flensburg und 1995 den Lucas-Cranach-Preis der Stadt Kronach. 1975 folgte eine Professur an der Muthesius-Hochschule Kiel, die er bis zu seinem Tode ausführte. Ekkehard Thieme lebte und arbeitete in Flensburg, wo er am 8. Oktober 1999 starb.

Galerie

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