Elsbeth Arlt:
Alles möchte ich immer

Elsbeth Arlt: Alles möchte ich immer (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2019)

Daten zum Werk

Elsbeth Arlt: Alles möchte ich immer – Denkmal für Fanny Gräfin zu Reventlow (Sandstein, 2015/16)
Schloss vor Husum, Herzoginnengarten, König-Friedrich V-Allee, 25813 Husum

Beschreibung

Fanny Gräfin zu Reventlow (1871–1918) wurde im Schloss vor Husum als jüngste Tochter des preußischen Landrats Ludwig Graf zu Reventlow geboren und verbrachte dort ihre Kindheit und Jugend. Später entfloh sie der Strenge des Elternhauses. Um die Jahrhundertwende wurde sie als Bohemienne und Lebenkünstlerin unter dem Wunschnamen Franziska eine umschwärmte Persönlichkeit der Münchner Kunstszene. Als Autorin geistreich-ironischer Romane machte sie sich einen Namen. Doch für ihre Freiheit zahlte sie einen hohen Preis: bittere Armut und gescheiterte Beziehungen. Ihr Lebensmotto „Alles möchte ich immer“, das sie in ihrem Tagebuch notierte, bringt die Gleichzeitigkeit und Unvereinbarkeit ihrer Wünsche auf eine prägnante Formel. Im Alter von nur 47 Jahren starb sie nach einem Fahrradunfall.

Im Herzoginnengarten des Schlosses vor Husum erinnert ein Kunstwerk von Elsbeth Arlt an Franziska zu Reventlow. Erst nach dem Tod der Künstlerin wurde es als ihr einziges bildhauerisches Werk vom Steruper Steinmetz Gert Heuer realisiert und dann im Mai 2016 eingeweiht. Es besteht aus vier unterschiedlich großen Steinen, die aus einem großen Block Jurakalkstein gebrochen wurden. Die vier Worte des Titels sind in Großbuchstaben auf den glatt polierten Seitenflächen verteilt, wobei das Wort ICH gleich fünfmal erscheint. Durch die unterschiedliche Ausrichtung ist der vollständige Satz niemals am Stück lesbar, sondern immer nur in Fragmenten. Zugleich sind unterschiedliche Lesarten möglich, etwa „Immer möchte ich alles“.

Der Zugang zum Herzoginnengarten ist nur durch das Hauptgebäude des Schlosses während der Öffnungszeiten möglich.

Künstler/in

Elsbeth Arlt wurde 1948 in Kiel geboren. Sie absolvierte die Muthesius-Fachhochschule für Gestaltung in Kiel sowie die Hochschule für Bildende Künste in Hamburg u.a. bei Jan Koblasa. 1989 wurde ihr der Förderpreis des Landes Schleswig-Holstein, 2000 der Kulturpreis der Stadt Kiel und 2012 der Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein verliehen. 1993 erhielt sie ein Stipendium an der Casa Baldi in Olevano Romano, Italien. Mit Lesungen und Malerei/Grafiken war sie seit 1982 in Ausstellungen sowie mit architekturbezogenen, dauerhaften Installationen in Schleswig-Holstein aktiv vertreten. Gerühmt wurden ihr subtiler Umgang mit Wort und Bild. Sie starb am 17. Juli 2015.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Galerie

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