Franz Bernhard:
Vitale Liegende

Franz Bernhard: Vitale Liegende, (Foto: KUNST@SH/Jan Petersen, 2020)

Daten zum Werk

Franz Bernhard: Vitale Liegende (1994, Cortenstahl)
Agentur für Arbeit, Hans-Böckler-Straße, 23560 Lübeck

Beschreibung

Trotz ihrer monumentalen Ausmaße wirkt die Stahlplastik auf der Rasenfläche leicht und beweglich. Nur ein kleiner Teil der Figur berührt den Boden, während der Rest sich kraftvoll in der Luft hält. Der Eindruck der Bewegung wird verstärkt durch die leichte Drehung um die eigene Achse und die asymmetrische Form. Folgt man mit dem Auge den Kanten des Objekts, scheint alles vom Erdboden nach oben in die Höhe zu streben.

Die Formgebung ist auf das Einfachste reduziert und besteht aus zwei Körpern, die miteinander verbunden sind. Der eine ist lang und schmal, der andere breit und flach. Zusammengesetzt ist die Skulptur aus Platten von rostrotem Cortenstahl, wobei die Schweißnähte als Linien noch deutlich zu erkennen sind. Form, Material und Verarbeitung präsentieren sich hier als Werkstück eines Konstrukteurs, das den Gesetzmäßigkeiten der technischen Verarbeitung folgt. Und genau dieses Zusammenwirken von Material und Form macht das Kunstwerk aus.

Obwohl die Figur keinerlei Ähnlichkeit mit einer menschlichen Figur aufweist, erinnert die dynamische Form an unser menschliches Wesen, unsere ruhelose Aktivität, mit der wir uns erheben und die Welt zu eigen machen. Mit anderen Worten, hier wird kein Mensch dargestellt, sondern eher menschliches Verhalten.

Text: jp

Person

Franz Bernhard
Franz Bernhard wurde am 11. Januar 1934 in Neuhäuser (Nové Chalupy) im Böhmerwald geboren und siedelte 1946 mit seiner Familie nach Süddeutschland über. Nach einer Schreinerlehre studierte er 1959–1966 an der Kunstakademie Karlsruhe unter anderem bei Wilhelm Loth und Fritz Klemm. Seit 1972 lebte und arbeitete er in Jockgrim in der Pfalz. 1994–2001 war er erster Vorsitzender des Künstlerbundes Baden-Württemberg. Er hatte regelmäßige Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland. 1977 nahm er an der documenta 6 in Kassel teil, zwischen 1967 und 1990 an vielen großen Jahresausstellungen des DKB. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Villa-Romana-Preis (1968), den Villa-Massimo-Preis (1969), den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz (1986), den Lovis-Corinth-Preis (1989) sowie das Bundesverdienstkreuz am Bande (1998). Seine Werke finden sich in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlung sowie im öffentlichen Raum vieler Städte. Seine oft monumentalen Plastiken in klarer und reduzierter Formensprache fertigte er überwiegend in Holz und Cortenstahl. Franz Bernhard starb am 28. Mai 2013 in Jockgrim.

Weitere Informationen (extern):Website Wikipedia

Text: jp

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Galerie

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